Von 1. Juni 2016 0 Kommentare

Brüssel – Kunst, Party und mehr

Brüssel ist eine Reise wert, denn Brüssel ist so viel mehr als die vom Terror gebeutelte Europa-Metropole. Wenn in Brüssel die Kunstwelt das Zepter in die Hand nimmt, dann kann man sich auf eine Menge spannende Exponate zeitgenössischer Künstler freuen. Kunst also die von uns – den Zeitgenossen – oder vielmehr den Galeristen und Experten als bedeutend wahrgenommen wird. Denn längst hat sich die Art Brussels in ihrer inzwischen 34. Ausgabe einen Namen als Messe für Gegenwartskunst in Europa gemacht. Doch Brüssel hat in diesen Tagen noch viel mehr zu bieten als das. Die Stadt wird für ein paar Tage zum Hotspot der Kunstwelt – zwischen Underground und Mainstream entdecken wir, dass Frauen hier eine ganz entscheidende Rolle spielen.

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Eine Frau, die in Brüssel im Rahmen der Kunst den Ton angibt ist Katerina Gregos. Sie ist die künstlerische Leiterin der Art Brussels und damit verantwortlich für Programm der Messe. Katerina Gregos denkt vom Programm aus. „Art-Fair-Art“, also Werke die für den schnellen Konsum auf Kunstmessen produziert werden, interessieren sie nicht. Deswegen wählt sie gezielt Galerien und Projekte aus, die kritische Kunst fördern und weit über das hinausgehen, „was zur Zeit auf dem Kunstmarkt angesagt ist“.

Die zweite Frau die uns auffällt ist die New Yorker Galeristin Elizabeth Dee. Gemeinsam mit Darren Flook hat sie in New York die Independent als Gegenentwurf zu den etablierten Messen ins Leben gerufen. Das besondere: hier kuratiert sich die Szene selbst. Galeristen laden geschätzte Kollegen ein. Der Ableger des New Yorker Vorbilds fand in diesem Frühling erstmals in Brüssel statt. Brüssel als Standort anstelle von Berlin oder London, spricht für die Attraktivität der Stadt, die mit ihren bezahlbaren Mieten und neuen Kunsträumen wie dem „Wiels“ auch viele jüngere Künstler anlockt.

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Als dritte im Messe-Bunde lockte die Off-Messe „Poppositions“ Kunstliebhaber in ihre Räumlichkeiten. Ihr Standort im Problembezirk Molenbeek verhalf der zweiten Ausgabe dieser alternativen Messeversion zum Titel „The Wrong Side“. Auch wenn die Popposition natürlich deutlich kleiner ist als Art Brussels und Independent sind die Künstler nicht weniger spannen. Auch hier: jede Menge Frauenpower. Wie etwa das Künstlerkollektiv Apparatus 22 aus Rumänien. Das Trio bestehend aus dem Geschwisterpaar Erika Olea und Dragos Olea sowie Maria Farcas stammt ursprünglich aus der Modebranche, doch inzwischen hinterfragen APPARATUS 22 in ihren Konzepten und Aktionen die gesellschaftspolitische Rolle der Mode und deren kritisches Potenzial. Wie in ihrem in Brüssel ausgestellten Werk: Several Laws. The elastic test. Rhetorische Fragen, in Leder geritzt, die den Betrachter zum Nachdenken anregen, über Konsum, Jugendwahn und Instagram-Filter.

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Und auch für die grandiose After-Show Party war eine Frau verantwortlich. Jane Haesen alias Lady Jane sorgte mit ihrem legendären Catclub in der Galerie Ravenstein für den standesgemässen Ausklang einer gelungenen Artweek in Brüssel. Und wer so gar keine Lust auf Kunst hat, für den gibt es Brüssel jede Menge charmanter Design-Boutiquen und natürlich den legendären Maison Margiela Store. Absolutes Must-See.

 

 

 

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Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Sie lebt seit mehr als einer Dekade in Berlin und liebt die Hauptstadt für ihren Facettenreichtum. Die Welt der Mode, Kunst und Musik haben es ihr angetan. Ihr besonderes Interesse gilt spannenden Newcomern und unentdeckten Trends. Sie hat seit 2007 keine Fashion Week in Berlin verpasst und das soll für Dit is Fashion auch so bleiben.

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