Von 13. Juni 2013 2 Kommentare

Graduate Fashion Show ESMOD Berlin Touché

Am Montag, den 10.06.2013 stellten die Modeabsolventen der ESMOD Berlin (Internationale Kunsthochschule für Mode) ihre Diplom-Kollektionen vor.

Wir waren bisher bei jeder Graduate Fashion Show der ESMOD Berlin dabei und sind immer gespannt, was es Neues zu bestaunen gibt. Die Esmod ist bekannt für ihre extravaganten Kollektionen, die sehr detaillverliebt sind und oft auch sehr innovativ. Es gibt Modeschulen in Berlin, die eher industriell ausgerichtet sind (z.B. Hochschule für Technik und Wirtschaft) und Modeschulen, die das Künstlerische in den Vordergrund stellen, wie z.B. die UDK, die Kunsthochschule Weißensee und die ESMOD Berlin.

Design: Anna Wilhelmini

Design: Sophie May

Dass die Studenten der ESMOD eine harte Zeit durchgehen, ist mittlerweile bekannt und das ist wahrscheinlich auch nicht für Jedermann etwas. Doch in Sachen Marketing und Innovation ist die Schule vielleicht unschlagbar. Nachhaltigkeit ist gerade DAS Thema an den Modeschulen und mit dem Master-Studium „Sustainability in Fashion“ ist auch die ESMOD hier ein Vorreiter.

Design: Sophia May

Design: Sophia May

Die diesjährige Graduate Fashion Show fand in einem sehr intimen Kreis in der Französischen Botschaft statt. Die ESMOD („École Superieure des Arts et Techniques de la Mode“) stammt aus Paris, Frankreich, und damit liegt es natürlich nahe, die ESMOD als Botschafter diese Show in der französischen Botschaft gezeigt hat. Allerdings waren die anderen Modenschauen spektakulärer, fanden in cooleren Locations statt und haben eher zu den kreativen Kollektionen gepasst, als das doch eher spießig und langweilige Ambiente einer Botschaft.

Esmod Graduate Fashion Show

Der Titel der diesjährigen Diplomshow hieß „Touché“ und es wurden 21 Diplomkollektionen gezeigt. Es gab sowohl eine nationale Jury (u.a. Designer Patrick Mohr, Herr von Eden, Heike Schell von Wunderkind), als auch eine internationale Jury, in der Fashion Talent Recruiter von Zara und der Inditex-Gruppe, Hector Muleas von dem Apple –  Media Arts Lab und Designer und Manager u.a. von Esprit, Kaviar Gauche, Valentino Couture SAS und Louis Vuitton Malletier saßen. Zu gewinnen gab es zwei Preise, zum einen den Jurypreis, den „Prix du Jury“, der an Michael Klammsteiner mit seiner Kollektion Euphorie verliehen wurde, der mit seinen Metallapplikationen in seiner Herrenkollektion auch mein Designer-Herz höher schlagen ließ.

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Design: Michael Klammsteiner

Der „Prix Créateur“, die höchste Auszeichnung für ESMOD-Studierende, wurde von Andrea Rosso an Catharina Saffier und ihrer Kollektion Closer verliehen. Diese Kollektion war sehr sophisticated (minimalistisch und avantgardistisch a la Jil Sander meets Ann Demeulemeester) mit Nähten, die in Goldmetall schimmerten und mit Goldapplikationen an den Schultern und voluminösen Schnitten.

Design: Andrea Rosso und Catharina Saffier

Design: Catharina Saffier

Design: Andrea Rosso und Catharina Saffier

Design: Catharina Saffier

Design: Andrea Rosso und Catharina Saffier

Design: Catharina Saffier

Es gab noch einen dritten Preis: Die ESMOD Berlin zeichnete die aus Österreich stammende Marina Hörmanseder mit dem Preis der goldenen Nadel (Aiguille d’Or) aus – eine Auszeichnung für besonderen Einsatz und besonderes Können über die gesamte Ausbildungszeit. Ihre Kollektion ist geprägt von handwerklicher Brillanz und Detailverliebtheit. Sie setzte sich mit dem Thema Medizin und heilender Wirkung von Mode auseinander. Elemente wie Bandagen, Korsetts, Schienen und Prothesen kamen hier zum Einsatz.

Marina Hörmanseder Fashion

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Design: Marina Hörmanseder

Die anderen Kollektionen waren natürlich auch atemberaubend und sehr unterschiedlich:

Anna Wilhelmini verband Elemente des Rugby mit untypischen Materialien zu einer coolen und sportlichen Kollektion.

Anna Wilhelmini Go Rags Go

Design: Anna Wilhelmini

Natacha Voranger setzte auf Dekonstruktion, Futurismus und Stilmix mit Stewardessen-Flair.

Design: Natacha Voranger

Design: Natacha Voranger

Design: Natacha Voranger

Design: Natacha Voranger

Henny Eickhorst’s Diplomkollektion war -man könnte sagen- der Publikumsliebling. Das Design und die Farbzusammenstellung aus Vintage-Elementen der Kollektion war erfrischend. Schon fast spießige Elemente wurden kombiniert mit frechen Details, wie z.B. Schweißerbrille und Lederharnisch, die aber ihre Wirkung durch Pastellfarben verharmlosten und den Preppy Chic ziemlich sexy aussehen lassen haben.

Design: Henny Eickhorst

Design: Henny Eickhorst

Design: Henny Eickhorst

Design: Henny Eickhorst

Design: Henny Eickhorst

Design: Henny Eickhorst

Wir mögen Kollektionen, die Fernweh erwecken, so wie die wunderschöne Kollektion „Nuba“ von Maxi Feldmann mit Ethno-Mustern.

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

Design: Maxi Feldmann

So gab es auch bei Sylvia Trieu eine Kollektion mit ostasiatischen Elementen und interessanten Rückenansichten zu bestaunen.

Design: Sylvia Trieu

Design: Sylvia Trieu

Design: Sylvia Tireu

Design: Sylvia Trieu

Design: Sylvia Trieu

Design: Sylvia Trieu

Design: Sylvia Trieu

Design: Sylvia Trieu

Düstere Farben, avantgardistisch und Materialkontraste und Lederverarbeitung waren Key-Elemente bei den Kollektionen von Sophie Böhmert und Henning Linge.

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Henning Linge

Design: Sophie Böhmert

Design: Sophie Böhmert

Design: Sophie Böhmert

Design: Sophie Böhmert

Design: Sophie Böhmert

Design: Sophie Böhmert

Digitale Prints und Lederhosen mit Anlehnung an den Rennsport vereint Christina Sieber in ihrer Streetwear-Kollektion „High Speed“.

Design: Christina Sieber

Design: Christina Sieber

Design: Christina Sieber

Design: Christina Sieber

Design: Christina Sieber

Design: Christina Sieber

Den schmalen Grat zwischen tragbarer und untragbarer Mode geht Carmina Blank mit ihrer Kollektion „Solids“, die sehr architektonisch wirkt.

Design: Carmina Blank

Design: Carmina Blank

Design: Carmina Blank

Design: Carmina Blank

Design: Carmina Blank

Design: Carmina Blank

Ebenso abstrakt und architektonisch, nur ganz in weiß, kommt die Kollektion „Perspektiven“ von Cathleen Hunger daher. Die weißen Hosen, die hinten transparent sind, empfand ich als weniger gelungen.

Design: Cathleen Hunger

Design: Cathleen Hunger

Design: Cathleen Hunger

Design: Cathleen Hunger

Abstrakt, futuristisch und unkonventionell: die Kollektion „Immortal“ von Thomas Harnisch.

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Design: Thomas Hanisch

Herausragende Macramee-Techniken, die man damals schon bei der ESMOD-Absolventin Karen Jessen bewundern konnte, zeigte Nektaria Theocharidou. Wir waren begeistert von der geflochtenen Haremshose!

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Design: Nektaria Theocharidou

Die 90iger sind zurück. Ja schon eine ganze Weile. Da waren wir doch froh, dass die schrecklichen Klamotten passé sind und auf einmal wurden sie bei den Hipstern wieder sehr beliebt. Gerade heraus: Nicht mein Ding (ausser der Grunge-Look) und auch schon wieder out! Trotzdem zeugt es von der unkonventionellen Einstellung der Schule, auch mal andere Einflüsse gelten zu lassen und es muss ja nicht Jedem gefallen!

Design: Michelle Peter

Design: Michelle Peter

Design: Michelle Peter

Design: Michelle Peter

Design: Leyla Koc

Design: Leyla Koc

Design: Leyla Koc

Design: Leyla Koc

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

Design: Anouk Denoyelle

„Let’s mourn for romance“ hieß die Kollektion von Alessandra Nilsson Ladner. Romantische Stoffe wechselten sich mit sportiven Details ab, welches aber eher zusammengewürfelt aussah. Von sehr gelungenen Stücken bis hin zu weniger gelungenen Stücken (die Schuhe waren eine Katastrophe, auch wenn nur Mittel zum Zweck). Die Farbzusammenstellungen war sehr gelungen und hat mich an einen wunderschönen Urlaub erinnert.

Design: Alessandra Nilsson Ladner

Design: Alessandra Nilsson Ladner

Design: Alessandra Nilsson Ladner

Design: Alessandra Nilsson Ladner

Alles in allem war es wieder eine sehr interessante Show und wir sind gespannt, was es nächstes Jahr wieder zu bestaunen gibt.

Esmod

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Die Modedesignerin, Stylistin und Fotografin schreibt hauptsächlich für dieses Modeblog. Sie ist bekannt für ihre fantasievollen Fotos – vor die Linse gekommen sind ihr dabei schon verschiedenste Musiker, Tänzer, Fetish-Performer und außergewöhnliche Individuen aus den Tiefen der Kunst-Welt. Auf Konventionen und Regeln legt die junge Berlinerin dabei keinen Wert und im Ergebnis ist ihr experimentelles Werk dabei alles andere, als langweilig oder gestellt. Erfahrungen als Designerin hat sie bereits bei Joop!, Burberry, Trendbüro Seasons Paris und bei Berliner Labels wie Don’t Shoot The Messengers, Savage Wear und im Bereich Marketing/ PR bei Fashion Patrons und Marketing Catalysts gesammelt. Ihr weites Netzwerk und ihren vielen Talente bekommt ihr nun geballt bei Dit is Fashion!

2 Kommentare auf "Graduate Fashion Show ESMOD Berlin Touché"

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  1. Emilie sagt:

    Toller Artikel! Es sind wirklich sehr viel schöne Sachen dabei! Mir gefallen besonders die Kollektionen von Anna Wilhelmini und Nektaria Theocharidou. Aber auch die sommerlichen Farben aus der „High Speed“-Kollektion sind toll! Das macht Lust auf mehr!

  2. Barbara Russ sagt:

    Liebe Maren, ein sehr schöner Artikel, danke.
    Nur eine kleine Sache: Andrea Rosso hat den Preis der Prix du Jury an Catharina Saffier verliehen, nicht die Kollektion mitdesignt. Er war Teil der internationalen Jury.
    Eine schöne Woche wünsche ich!

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