Von 10. Mai 2016 0 Kommentare

STYLECHECK mit Eva-Maria

Von Tokyo, Harajuku und Blake Lively – im STYLECHECK mit Fashion-Bloggerin Eva-Maria

Eva-Maria arbeitet als Marketing- und Eventmanagerin für ein Modelabel und ihre Outfits sitzen. Was sie übrigens auch auf ihrem eigenen Fashionblog RunEvaRun unter Beweis stellt. Im STYLECHECK verrät sie uns mehr über ihre Reisen und ihre Liebe zur Mode.

 

Eva, du hast schon ein paar Länder bereist, wie ich gelesen habe. Welche Länder haben dich, auch im Bezug auf Mode, besonders inspiriert?

Gleich die erste Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich reise gerne und viel. Auf jeder Reise versuche ich mich modetechnisch von den Streetstyles inspirieren zu lassen und das ein oder andere „landestypische“ Kleidungsstück mit nach Hause zu nehmen und es in meinen Looks zu integrieren. Ob nun ein flauschiger Schafswollpullover aus Island, eine bunte Rock-Hose aus Bali oder quietschbunte Sandalen aus Singapur, statt Souvenirs kaufe ich lieber Kleidungsstücke.

Wenn ich mich jedoch für ein Land entscheiden müsste, kann ich eigentlich nur Japan sagen. Viele haben bei Japan gleich diese bunten Harajuku-Mädels vor Augen, Japan hat jedoch viel mehr zu bieten. Mir geht es jedoch nicht um die einzelnen, individuellen und oft ungewöhnlichen Outfits, sondern um die Aussage an sich. In Japan kann man alles tragen: Ob nun bunter Kawaii-Style (kawaii ist japanisch für „süß“ oder „niedlich“) mit Hello-Kitty Rucksack, Regenbogenkleid und Glitzer-Plateaus oder Hip-Hop Style mit Jog-Pants und bauchfreien neonfarbenen Tanktops. Getragen wird, was einem gefällt, ohne Rücksicht darauf, was andere dazu sagen. Und darum liebe ich Japan. Trotz des doch sehr konservativen Denkens, ist Japan, was die Mode betrifft, aufgeschlossen wie kein anderes Land und erlaubt so auf den Straßen eine Vielzahl an außergewöhnlichen Looks. Was wir daraus lernen können: Trage was DIR gefällt, who cares what other people think…

tokyo

 

In welcher Stadt gab es die meiste Style-Vielfalt, am meisten Individualismus?

Tokyo! Wo sonst?! Ich habe sechs Monate in Hiroshima studiert und dabei auch einige Tage in der japanischen Hauptstadt verbracht und für mich ist es einfach die beste Stadt der Welt. Ich liebe es, dass jedes Viertel in Tokyo seinen eigene Stil, sein eigenes Lebensgefühl hat. In Harajuku zum Beispiel treffen sich die Lolitas, Cosplayer und Decora-Girls („Decora“ kommt von „Decoration“, da sich die Mädels mit ganz viel Schmuck, besonders Haarschmuck behängen). Eine Explosion aus Farbe, Glitzer und Kawaiiness. Passend dazu sind die Shoppingstraßen voll mit kleinen Boutiquen, die Kleidung zu diesen Looks verkaufen. Kein H&M, kein Zara, kein Mango oder Deichmann. Individuelle, kleine Stores, welche sich auf eine besondere Stilgruppe spezialisiert haben. Dazu gibt es niedliche Cafés, kleinere Gebäude und bunte Fassaden. In Asakusa hingegen lebt noch das „alte Japan“: historische Holzhäuser, Shinto-Schreine und buddhistische Tempelanlagen. Dazu Teehäuser, Second-Hand- und Kimono-Shops. In Ginza hingegen trifft man die reiche Oberschicht. Hier steht Chanel neben Prada und Louis Vuitton. Dementsprechend auch der Streestyle: modern und hochpreisig. In Shibuya hingegen geht es jugendlich und modern zu: große Wolkenkratzer, moderne Architektur, große Department-Stores. Hier findet man dann auch mal ein H&M oder ein Forever 21.

Oje, ich könnte denn ganzen Tag darüber reden… aber ich denke es ist klar geworden: Paris, New York und London sind wirklich tolle Städte mit inspirierenden, modernen Streetstyles à la Vogue oder Instyle, aber Tokyo hat dazu noch die Prise Kreativität, Individualität und Freiheit.

Wenn du mit einer Modeikone einen Tag verbringen dürftest, wer wäre es?

Das ist nun wirklich eine schwierige Frage, ich lasse mich von verschiedenen Quellen inspirieren, sei es nun Modeblogger, Magazine oder Streetstyle-Fotos. Wenn ich mich nun aber für eine Person entscheiden müsste… Eine Frau, deren Stil mich eigentlich meist umhaut, wie gerade wieder auf der MET Gala, ist Blake Lively. Sie strahlt sowohl eine Natürlichkeit also auch Eleganz und Lässigkeit aus. Ihre Looks sind oft auch etwas außergewöhnlicher und moderner, mit starken Farben oder ungewöhnlicheren Formen sowie Mustern. Sie ist eine tolle, sympathische Frau und eine hervorragende Schauspielern. Sie hat es geschafft, dass sie auch nach ihrem großen Durchbruch in „Gossip Girl“ noch weitere erfolgreiche und anspruchsvolle Filme drehen konnte, wie „Für immer Adaline“. Und wäre das nicht schon perfekt genug, ist sie auch noch glücklich verheiratet mit Ryan Reynolds und Mutter einer kleinen Tochter. Außerdem denke ich, dass wir uns gut verstehen würden.

 

Und wie würdet ihr den Tag verbringen?

Ein typischer Mädchentag: Ich bin ein kleiner Morgenmuffel, daher würde wir erst am späten Morgen beginnen. Am Besten bei einem tollen Kennenlern-Brunch. Dann würden wir erstmals Shoppen gehen. Am Abend Sushi essen, dann Karaoke-Bar und danach in einen Club zum Tanzen – Ryan kann ja solange auf die Kleine aufpassen. (Lacht.)

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Was ist dein persönliches Style-Geheimnis? 

Sei du selbst! Dir gefällt der pinke Katzenpulli, die gelben Blümchen-Bluse oder du liebst nur Schwarz? Dann zieh es an und verschwende keinen Gedanken daran, ob es deiner besten Freundin gefallen würde. Kurzum: Sei ein Japaner! Stilsicherheit ist oft einfach nur, mit dem eigenen Spiegelbild zufrieden zu sein. Und das beste Accessoire dazu: ein ein wenig Mut und eine große Tasche voller Selbstbewusstsein, das steht nämlich jeder Frau. Ansonsten kann ich nur sagen: Eine perfekt sitzende Jeans mit einer modernen, weißen Bluse und bequemen Schuhen, das geht immer. Und für ein Touch Individualität, einfach ein paar bunte Söckchen raus blitzten lassen.

Ich frage jeden: Welches Lied würde am besten zu deinem Look passen, wenn die Straße dein Catwalk wäre? 

Oje ich und Musik… So viel ich von Mode und Reisen verstehe, so wenig verstehe ich von Musik. Das sollte man als moderner Fashion-Blogger vielleicht nicht offen zugeben, ist aber leider so. Daher wähle ich einen echten Lieblingssong aus meiner Playlist: „Rather Be“ von Clean Bandit & Jess Glynne. Er ist fröhlich, mitreisend und individuell. Außerdem mag ich den Mix aus modernen Beats mit klassischer Musik.

 

Vielen Dank für diesen STYLECHECK, liebe Eva-Maria.

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Mode, Stilkontrolle

Über den Autor:

Die ausgebildete Modedesignerin Lisa „Litchi“ Völker hat es vom schönen Bodensee zunächst nach Stuttgart und anschließend nach Berlin verschlagen. Als Personal Shopperin, Stylistin sowie als Visual Merchandiserin hatte sie immer ein Auge für komplette Looks und liebt es Streetstyles aber auch ganz neue Trends auf der Straße zu entdecken. Ein absolutes Faible hat sie für ausgefallene Accessoires und Schuhe. Auf kreativen Märkten, Modemessen und Fashionevents blüht Litchi auf und hier kommt ihre zweite Leidenschaft, das Schreiben, ins Spiel. Über ihre Touren schreibt sie als Moderedakteurin ab sofort nicht nur auf ihrem Blog sondern auch für Dit is Fashion.

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