Von 30. Januar 2014 0 Kommentare

Atelierbesuch bei Jeonga Choi in Berlin

Wir lieben Hüte und haben sie deshalb zum Trend-Accessoire 2014 auserkoren. Philip Treacy ist und bleibt unser Meister der Hüte. Jeonga Choi könnte zumindest in Berlin in seine Fußstapfen treten. Wir hatten ja bereits vor Weihnachten über die talentierte Hutmacherin berichtet. Zur Fashion Week hat sich mich nun in ihr Atelier  in Friedrichshain eingeladen und mir gezeigt wie und wo sie ihre tollen Hüte herstellt.

Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich mit ihr über ihre koreanische Heimat, ihre Zeit in Australien und ihren Weg zur Hutmacherin in Berlin unterhalten. Und natürlich auch ihre Hüte anprobiert.

Jeonga Choi

Jeonga, wie hast du deine – doch eher außergewöhnliche Leidenschaft – fürs Hut-Design entdeckt?

Jeonga Choi: Ich habe in Sydney als Stylistin und Kostümdesignerin für verschiedene Filme und Musikvideos gearbeitet und viel mit Mode experimentiert. irgendwann habe ich dann mal eigene Beanies entworfen und auch fürs Styling verwendet und wurde prompt darauf angesprochen. Das hat mich natürlich angespornt und ich habe immer wieder neue Modelle designt.

Wie ging es dann weiter?

Jeonga Choi: Ich hatte großen Spaß an der Arbeit und habe mich neben Beanies auch an ersten Hüten versucht. Die Herstellung von Hüten ist allerdings eine echte Kunst und Herausforderung und die wollte ich unbedingt richtig lernen. Deswegen habe ich einen „Hutmacher-Kurs“ an der London Fashion School besucht und von der Pike auf gelernt, wie man Hüte entwirft, formt und gestaltet.

Was hat dich denn nach Berlin verschlagen?

Jeonga Choi: Berlin fand ich unglaublich faszinierend, weil es eine tolle Stadt ist, die dir viel kreativen Freiraum bietet. Naja und dann habe ich jemanden kennengelernt und mich verliebt (sie lacht)…und bin geblieben.

Jeonga

Wie stellst du denn deine Hüte her?

Jeonga Choi: Pro Hut brauche ich etwa zwei Tage, weil ich sie hier im Atelier komplett per Hand fertige. Jeder Hut ist dadurch ein Unikat. Ich fertige meine Hüte fast ausschließlich auf Bestellung, weil sie den Köpfen der Kunden ja genau angepasst werden sollen. das heißt am besten kommen die Leute zu mir ins Atelier, schauen sich meine Kollektions-Entwürfe an, entscheiden sich für ein Modell und dann nehme ich Maß und stelle den Hut für sie individuell her.

Hast du denn ein Designer-Vorbild?

Jeonga Choi: Ganz klar Philip Treacy, er ist ein absolutes Genie. Ich bewundere auch den japanischen Designer Yohji Yamamoto und den Dänen Hendrik Vibskov finde ich auch großartig.

Wovon lässt du dich für deine Kollektionen inspirieren?

Jeonga Choi: Ich blättere stundenlang durch Bildbände. Mode, vor allem alte Kostüme, Design aber auch Architektur geben mir immer neue Ideen. Gerade in der Formensprache der Architektur, den Linien und geometrischen Figuren finde ich wunderbare Anregungen.

Welchen Einfluss haben deine koreanischen Wurzeln auf deine Designs?

Jeonga Choi: Ich glaube meine koreanische Herkunft findet sich in all meinen Kollektionen wieder. Gerade die historischen Kostüme und die Mode aus dem 19. Jahrhundert inspirieren mich sehr. Ich suche mir immer ein Role-Model für jede Kollektion. Mal ist es ein Charakter aus einem Animationsfilm, mal eine Frau, die ich für ihren Stil bewundere (lacht).

jeonga Choi Berlin

Jeonga, vielen Dank für das Interview. 

 

 

 

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Veröffentlicht in: Kiekste wa!

Über den Autor:

Sie lebt seit mehr als einer Dekade in Berlin und liebt die Hauptstadt für ihren Facettenreichtum. Die Welt der Mode, Kunst und Musik haben es ihr angetan. Ihr besonderes Interesse gilt spannenden Newcomern und unentdeckten Trends. Sie hat seit 2007 keine Fashion Week in Berlin verpasst und das soll für Dit is Fashion auch so bleiben.

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