Von 24. September 2013 0 Kommentare

Barre Noire auf dem Weg zum „Fashion Hero“

Timm Süssbrich hat sich in der deutschen Modeszene mit seinem Label Barre Noire längst einen Namen gemacht. Nach seinem Modedesign-Studium zog es den 28-Jährigen zunächst nach Los Angeles, wo er ein Praktikum beim Kultlabel „Ed Hardy“ absolvierte. 2009 gründete der Berliner dann sein eigenes Label und es ging schnell bergauf. Im Sommer 2012 war Barre Noire erstmals auf der Fashion Week in Berlin zu sehen. Jetzt tritt der Nachwuchsdesigner in dem neuen Pro 7-Format „Fashion Hero“ an und stellt sich einer Jury aus Chef-Einkäufern von s.Oliver, asos und Karstadt. Claudia Schiffer wird ihm dabei als Mentorin über die Schultern schauen. Wir haben uns schon vorab mit Timm Süssbrich unterhalten.

 

Barre Noire bei Fashion Hero Foto: © ProSieben/ Richard Hübner

Barre Noire bei Fashion Hero
Foto: © ProSieben/ Richard Hübner

Interview mit dem Nachwuchsdesigner Timm Süssbrich von Barre Noire

Timm, wie würdest du deine Mode, deinen Stil beschreiben?

Ich mache immer das was ich will und was mir Spaß macht. Wenn sich daraus ein erkennbarer Stil entwickelt, dann ist das super. Zudem bin ich etwas stolz darauf eben NICHT wie viele Berliner Labels dem „Jil Sander“- Stil nachzueifern. Jeder möchte sich mit Geradlinigkeit übertrumpfen. Hauptsache so schlicht und langweilig wie möglich. Das ist nicht meins. Ich bin bunt, sportlich, überraschend und elegant. Ich lasse mich schwer in eine Schublade stecken. Ich mache Mode die MIR Spaß macht und wenn sich jemand eine Scheibe Spaß abschneidet, freut mich das sehr. Ich bin sehr aktuell, jung und farbenfroh. Dennoch keine Trends-setzend.

 

Barre Noire bei Fashion Hero Foto: © ProSieben/ Richard Hübner

Barre Noire bei Fashion Hero
Foto: © ProSieben/ Richard Hübner

 

Was unterscheidet dich von den anderen Designern bei Fashion Hero?

Jeder teilnehmende Designer ist in dem was er macht super. Ich bin sicher einer der erfahrensten Designer der Gruppe. Was aber nicht heißt, dass ich auch der Beste bin. Im Gegenteil – ich sehe jede Kollektion als kleines Mini-Studium und versuche ständig zu lernen um besser zu werden. Darum sehe ich „Fashion Hero“ als eine Art Workshop. Weniger darstellen – mehr lernen. Trotzdem gehe ich die Dinge vielleicht etwas anders an. Vorbereitungen, Arbeitsabläufe und Präsentation. Am Ende zeigt aber jeder Designer seinen Look. Der eine trifft den Geschmack etwas besser, der andere nicht.

Bei mir ist zudem der Überraschungsfaktor riesig. Ich kann mich noch gut an die ersten Drehtage erinnern. Wir stellten uns gegenseitig vor und einige der Kommentare waren: „Du bedruckst doch bestimmt T-Shirts oder machst Skater-Klamotten.“ Während der Sendung wird man aber sehen, dass ich noch ein bisschen mehr auf dem Kasten habe, als T-Shirts zu bedrucken. 😉

Wie kam es zu der Teilnahme bei „Fashion Hero“?

Ich wollte etwas neues erleben und die Erfahrung vor der Kamera machen. Das letzte Mal hab ich im Studium unter Zeit- und Leistungsdruck gearbeitet. Warum also nicht versuchen das noch mal durchzuziehen. In einer Extremsituation – mit Konkurrenten – einer Experten-Jury – und das alles Mittwochs um 20:15 Uhr wenn ganz Deutschland zusieht.

Barre Noire bei Fashion Hero Foto: © ProSieben/ Richard Hübner

Barre Noire bei Fashion Hero
Foto: © ProSieben/ Richard Hübner

Was erhoffst du dir von der TV-Show?

Ich hoffe, dass das Verständnis von Mode in Deutschland etwas geschärft wird. Man kann sich schnell, einfach und günstig kleiden. Man kann sich aber auch etwas Mühe geben und in Qualität investieren. Qualität und Anspruch ist etwas teurer als Discount-Ware die billig unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurde. „Fashion Hero“ schafft einen Einblick hinter die Kulissen der Entstehung von Designer Mode. Zeigt wie viel Arbeit und Zeit in den Designs steckt. Und deckt auf, warum ein Stück von BARRE NOIRE teurer ist als ein ähnliches von H&M. Um ehrlich zu sein achte ich auch auf jeden Cent und würde mir lieber eine Jeans für 10€ kaufen als eine ähnliche für 100€. Allerdings habe ich nach dem 3. Waschgang von der billigen Variante nichts mehr. Ich hoffe einfach, dass man im Anschluss der Sendung ein wenig überlegt und sich vielleicht anstatt 3 billige Shirts ein etwas Teureres kauft und darauf achtet wo es herkommt und wie es produziert wurde.

Vervollständige bitte folgenden Satz – Claudia Schiffer….

… ist hübscher, größer und cooler als man vermutet.

Homestory unterscheidet sich von deinen vorherigen Kollektionen – der Stil ist schlichter und dezenter – was hat dich diesmal inspiriert?

Schlichter und dezenter ist meine neue Kollektion nur auf den ersten Blick. Wie schon gesagt, bin ich eigentlich ganz froh nicht mit anderen Berliner Labels in einen Topf geworfen zu werden. BARRE NOIRE ist bekannt für seine Muster, Farben und das Girly-Image. Als HOMESTORY entstanden ist, war ich komplett offen für andere Meinungen und Einflüsse und war frei für neues. Es gab keine typische Inspiration – Ich wollte komplett auf schreiende Farben verzichten, etwas erwachsener werden und einfach neues lernen. Wenn man sich die Teile genau ansieht, dann ist es immer noch ein Mix aus Mustern und Farben. Keine schreienden Neon Farben die im Auge wehtun. Sondern leichte Farben und Muster die harmonieren. Es ist nicht nur ein Grau. Es sind acht Grautöne. Das Blau hat sechs Abstufungen. Es bleibt also bei Mustern & Farbe, nur etwas gezielter.

Timm, was ist für dich das schönste an deinem Job?

Das tolle an diesem Beruf ist die vollständige Narrenfreiheit. Ich habe weder Investoren die mir im Nacken sitzen, ich muss keinen eigenen Shop ausstatten, ich habe keine Verkaufszahlen an die ich gebunden bin und habe nicht zehn Mitarbeiter die ich bezahlen muss. Ich bin also in der glücklichen Lage Designer eines gut laufenden Labels zu sein und mich trotzdem austoben und vor allem ausprobieren zu können. Ich als Designer will nicht stillstehen. Natürlich gibt es Designer und Labels die ihren Stil gefunden haben und ihn perfekt vertreten. Ich glaube ich hab meinen noch nicht zu hundert Prozent gefunden. Noch hab ich die Freiheit das zu machen wozu ich Lust hab. Warum nicht mal eine Saison etwas schlichter oder in der anderen Saison plötzlich einige Herren-Looks.

Tief im Inneren hat BARRE NOIRE schon seinen Look gefunden. Mein Label steht für ein bestimmtes Lebensgefühl und ein bestimmtes Image. Dieses Image werde ich auch immer beibehalten. Aber trotzdem spiele ich gerne mit dem Unerwarteten und Fremden. Ein ganz toller Designer hat mir mal gesagt, dass man sich nur weiterentwickelt, wenn man mit dem arbeitet was man entweder nicht mag oder man noch nie in Erwägung gezogen hat. Pink war zum Beispiel nie meine Lieblingsfarbe – plötzlich entstehen super Looks. Blumenmuster? Bäh! Wie oll und totgeglaubt waren die denn? Und plötzlich besteht meine halbe Kollektion aus Blumenmuster und war der Bestseller aller Saisons. Wenn man sich einfach freimacht von Vorgaben, erschafft man Raum für neue, tolle Möglichkeiten.

 

„Fashion Hero“ mit Timm Süssbrich läuft ab dem 9. Oktober 2013 wöchentlich bei Pro 7. Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und drücken Timm & Barre Noire ganz fest die Daumen!

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Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Sie lebt seit mehr als einer Dekade in Berlin und liebt die Hauptstadt für ihren Facettenreichtum. Die Welt der Mode, Kunst und Musik haben es ihr angetan. Ihr besonderes Interesse gilt spannenden Newcomern und unentdeckten Trends. Sie hat seit 2007 keine Fashion Week in Berlin verpasst und das soll für Dit is Fashion auch so bleiben.

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