Von 25. Juni 2014 0 Kommentare

Dit is ‘ne Fashion Kolumne: Die Sache mit dem Hype

Die Sache mit dem Hype - Fashion KolumneZuerst einmal möchte ich klar stellen, dass ich meistens ziemlich gerne in Berlin lebe. Ich mag die vielen Abenteuer, die hier an so vielen Ecken warten, ich finde es schön, dass man sich Samstags manchmal so schwer entscheiden kann, was man machen möchte, dass man regelrecht überfordert ist und ich möchte hier auch gar nicht auf den Hipster-Hater-Zug aufspringen. Aber  – und jetzt folgt das große ABER: Die Sache mit dem Hype – ich mag ihn einfach nicht.

Mich nervt es total, dass in Berlin immer alles etwas Besonderes, etwas Einzigartiges, total ausgeflipptes sein muss. Erzählt man von einem tollen Konzert, bei dem man gerade war, hat jemand anders die Band ganz sicher schon vor Monaten in einer extrem geheimen, aber eben doch mega angesagten Location gesehen. Open Airs: Werden über Facebook einem illustren Kreis verkündet, die dann über Koordinaten rausfinden dürfen, wo sich dieses mega-unglaublich-hippe und trendige Event abspielen wird. Die Konsequenz: Immer die gleichen Leute. Ich wurde also einmal zu einer solchen Party mitgeschleppt, draußen an der Spree, tolles Wetter, Musik von bekannten DJs, die nach dem Berghain noch nicht schlafen konnten. Alles fein, das einzige was ich unglaublich nervig fand, neben dem vielen Glitzer und den Stecknadelpupillen, war die zur Schau getragene gähnende Langeweile – bloß nicht zugeben, dass man es fetze findet, sonst zerstört man den Hype. Understatement ist gefragt, sonst kommt jemand und erzählt von einer noch viel geheimeren Party und man steht als blöder Mainstreamer da – Geht natürlich gar nicht. Gleiches gilt auch für diese “Colour-Partys/Runs/Farbbeutel einfach so in die Luft schmeißen”- Geschichten. Kaum postete eine Freundin ein Foto einer solchen Party aus einer anderen Stadt, häuften sich die Kommentare wie “Da war ich schon letztes Jahr in Berlin…”, “So last Year” und so weiter. Warum? Sie hatte doch offensichtlich Spaß und ob das nun vorher schon 12 oder 12.000 Leuten Spaß gemacht hat, ist doch völlig Wurst.

Ein bisschen weniger “Kenn ich schon”-Gegähne und ein wenig mehr “Yeah”-Begeisterung würden der Situation gut tun. Klappt bei der WM doch auch jedes Mal wieder: Im Prinzip immer die gleiche Geschichte, nur mit einem anderen Ende. In diesem Sinne: Eine wunderbare (Fußball)-Woche!

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Kiekste wa!

Über den Autor:

Die Moderedakteurin und Kolumnistin schreibt bereits seit einigen Jahren für verschiedenste Online- und Printpublikationen. Ob George Clooney in New York oder Marc Jacobs in Berlin, Interviews und kleine Anekdoten liegen ihr besonders am Herzen und aus dem Grund wird sie euch zukünftig in ihrer Kolumne mit einem Augenzwinkern vom Leben zwischen aufregenden Fashionevents und gemütlichen Samstagen im Café berichten.

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