Von 18. Mai 2012 4 Kommentare

Eurovision Song Contest – Is dit Fashion?

Man glaubt es kaum, aber dieses Jahr findet der Eurovision Song Contest bereits zum 57. Mal statt! Das in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku zelebrierte Festival ist auch dieses Mal reich an bizarren und außergewöhnlichen Musikern, die durch eine besonders verrückte Show das Publikum von ihrer Performance überzeugen wollen.

Bild: http://www.eurovision.tv/page/press/photo-downloads

Wie üblich beim Grand Prix treten wieder schnulzige Schwiegermama-Lieblinge gegen ausgeflippte Gören, Opas gegen Omas, Föhnwelle gegen Papp-Esel und leidende theatralische Dramatik gegen karibischen Dudelsack an. Nicht zu vergessen sind Neonstreifen im Schwarzlicht, das Ende der Feindschaft zwischen Cowboy und Indianer sowie romantische Liebesgeschichten, die sich auf der Bühne abspielen.

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Nun fragt man sich natürlich: Is dit echt Fashion?! Ist es nicht nur ein Versuch, durch einen besonders freakigen Auftritt zu Geld und Ruhm zu kommen?

Vielleicht erinnern sich viele von euch an die eigene Kindheit, als man ausnahmsweise mal länger aufbleiben durfte, weil im Fernsehen der Grand Prix lief. Irgendwie war es damals immer etwas ganz Besonderes und ob man die Musik mochte oder nicht, es hatte eine Art von Zauber. Nun sind wir alle groß und es gibt ihn immer noch, den Eurovision Song Contest. Wir haben uns mal überlegt, ob von dieser Faszination noch etwas übrig geblieben ist und uns näher mit dem Thema auseinander gesetzt.

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Der diesjährige European Song Contest war zunächst einmal eine große Angriffsfläche für politische Diskussionen. Sollte in einem Land, in dem politische Gefangene missbraucht werden, der Grand Prix gefeiert werden?

Unser Star für Baku – Roman Lob ist der Meinung, dass der ganze Wind, der um die Freilassung der Gefangenen gemacht wird, letztendlich zu mehr Aufmerksamkeit für Menschenrechte führt und will sich nach seinem Sieg selbstverständlich dafür engagieren.

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Aber a propos Roman Lob, der Jute hat dit och nich leicht. Nach dem bombastischen Erfolg von Lena vor zwei Jahren muss der 21-Jährige jetzt ordentlich nachlegen. Dit is Fashion hat ihn und andere interessante Teilnehmer mal etwas genauer unter die Lupe genommen und sich gefragt, wer wohl in diesem Jahr den außergewöhnlichsten Beitrag liefert.

Gerade die weiblichen Fans des Grand Prix sind sicher hellauf begeistert von dem Knopfauge mit der Kappe.

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Meiner Meinung nach stellt Roman Lob einen typischen „Everybody’s Darling“ dar, der mit seiner schnulzigen Rockballade nicht nur die Herzen junger Mädels, sondern auch die von älteren Herrschaften höher schlagen lässt. Er ist so eine Art „Schwiegermutter-Liebling“, der durch seine sympathische Ausstahlung sicher gute Chancen hat, recht gut abzuschneiden.

Eigentlich hat er ja schon ein kleines bisschen Style: Trotz seines Dackelblicks, der einige Mädels zum Anschmachten verführt, seiner Holzfällerhemden und nicht zu vergessen der Kappe, hebt er sich zumindest mit seinen Tattoos vom üblichen Teenie-Image ab.

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Superwitzig präsentiert sich der Beitrag aus Österreich. Der Berliner HipHop(Möchtegern-)König Sido hatte ja ursprünglich vor, in Wien seinen Star für Baku in der österreichischen Version zu casten. Allerdings wollten die Österreicher sich ihren musikalischen Stil nicht von einer Berliner „Schnauze“ vorschreiben lassen und haben daraufhin ihren eigenen Kandidaten bereit gestellt. Die Trackshittaz mit ihrem Aprés-Ski-Song „Woki mit deim Popo“ rocken garantiert jede Hütten-Gaudi – aber auch den Eurovision Song Contest?!

Rambo Amadeus aus Montenegro klingt schon nach einem musikalischen Kraftpaket. Ist er auch – irgendwie. Die Sprache, in der er singt, soll zwar Englisch sein, hört sich allerdings nach einem Kauderwelsch an, welches ich irgendeinem Dialekt zuordnen würde. Das Tollste an Rambo ist allerdings seine Tierliebe. Im Video reitet er auf einem Esel durch Montenegro und singt im Rap-Stil über die Finanzkrise und die politsiche Situation in Europa – nicht ohne das alles mit einem ironischen Augenzwinkern auf die Schippe zu nehmen. Auf der Bühne wird ihn dann ein Esel aus Pappe begleiten.

San Marino, das kleinste Land, das beim Eurovision Song Contest antritt, hat  tatsächlich das „große Los“ gezogen und Ralph Siegel als Songwriter angeheuert. Die Kleinstaatler haben ihm dann einen Song über Facebook aus der Feder gelockt. Ich meine, was wäre ein Grand Prix ohne den guten Ralphi? Irgendetwas muss er ja zu tun haben. Das Facebook-Gesinge passt natürlich zum aktuellen Börsengang des Netzwerkes – aber wieso hat man Ralph Siegel noch nicht aufgeklärt, dass sein Verfallsdatum längst abgelaufen ist? Es gibt doch so viele gute Songwriter…Valentina Monetta performt den Social Network Song für den alten Herrn.

Nicht zu vergessen sind die Omis aus Russland. Die sechs Herrschaften – äh oder besser „Frauschaften“ von Buranowskije Babuschki gehen absolut gegen den üblichen Trend der immer jünger werdenden Stars und zeigen Europa mit ihrem Song „Party for Everybody“, dass man in Russland in jedem Alter noch ordentlich die Bühne rocken kann. Falls sie gewinnen, wollen sie sich alle eine Kirche kaufen. Ja, im udmurtischen Dorf Buranowo gibt es noch so etwas wie „Gemeinschaft über alles“.

Wir fragen euch, wer von den obigen Freaks hat das Potenzial, unser „Ranking der Extravaganz“ zu gewinnen?

Veröffentlicht in: Veranstaltungen

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4 Kommentare auf "Eurovision Song Contest – Is dit Fashion?"

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  1. Becky sagt:

    Irgendwie hat das alles kein „Gesicht“ mehr. Damals mit Nicole, ABBA & Co. … das waren halt noch Zeiten.

  2. Laura sagt:

    Man kann ja vom Grand Prix ähm ich meine natürlich ESC halten was man will aber ich guck’s schon seit meiner Kindheit und werde auch 2012 wieder einschalten. Obwohl mir eigentlich egal ist, wer gewinnt 😉

  3. Romina sagt:

    Echt gruslig, was man da zum Teil sieht. Und hört.

  4. Joanna sagt:

    Ich guck’s auch, einfach der Tradition wegen. Wirklich mitfiebern tu ich aber schon lange nicht mehr.

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