Von 6. November 2012 0 Kommentare

Fashion Hackers

 

„I‘m wearing high fashion. I‘m wearing my fashion!“

Wie cool wäre es denn, wenn ihr auf einer Party auf euer tolles Kleid angesprochen werdet und dann sagen könnt, dass ihr das selbst genäht habt?! Ich würde vor Stolz strotzen. Nicht möglich ohne Modedesign-Studium oder Schneiderlehre? Doch… und ihr müsst nicht einmal die größte Hobbynäherin sein.Fashion Hackers Interview

Wie? Fashion-Hackers.de macht es möglich. Auf der Modeplattform gibt es für 4-6 € den Schlüssel für eine tolle Klamotte zu kaufen, nämlich das Schnittmuster. Mit ausführlichen Anleitungen und Video Tutorials wird das Nähen zum Klacks. Und das Beste kommt noch: jeder ist eingeladen mitzumachen. Auf der Facebook Seite können Skizzen, Collagen oder Inspirationen geteilt werden. Aus diesen Ideen heraus entstehen die Kollektionen, welche ebenfalls transparent auf der Facebook-Seite kommuniziert werden und zum Mitreden einladen sollen: „Soll der Kragen noch größer oder kleiner werden?“, „Der Saum schief oder doch lieber gerade?“ Jeder kann zu all diesen Fragen, die sich im täglichen Leben eines Modedesigners stellen, seine persönliche Meinung äußern.

Fashion-Hackers_web4

Ein paar Facts zu Fashion-Hackers:

  • Geplant sind 4 Kollektion im Jahr mit ca. 10-15 Teilen
  • Es gibt vorerst nur Mode für Frauen
  • Preise zwischen ca. 4 bis 6 € pro Schnitt
  • Alle Teile sind bisher nur als Kleidungsschnitt und nur als Download erhältlich
  • Die nächste Kollektion kommt Anfang Dezember
  • Facebook Seite: https://www.facebook.com/FashionHackers

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Sophie Schmuckermeier, Gründerin von Fashion Hackers war so lieb uns Rede und Antwort zu stehen – mit wirklich tollen und zum Denken anregenden Antworten 🙂

Interview mit Sophie Schmuckermeier (25), Modedesignerin und Gründerin von Fashion Hackers

Sophie Schmuckermeier

DIF: Wer steckt hinter Fashion Hackers?

Ich und Layla (mein Hund)

DIF: Sophie, du hast Modedesign in Berlin studiert. Warum Fashion Hackers und kein eigenes Label oder bei einem großen Brand arbeiten?

Mode ist für mich eine richtige Hass-Liebe. Einerseits hasse ich sie, weil Mode die Leute dazu bringt ständig neue Sachen zu kaufen und alles immer billiger und qualitativ schlechter produziert wird. Andererseits gibt einem Mode die Möglichkeit zu zeigen wer man ist noch bevor man ein Wort gesagt hat. Mode ist wie eine Sprache. Als Designer steht mir das komplette Wörterbuch zur Verfügung und ich kann sogar noch Wörter dazu erfinden… Leute, die Mode kaufen und nicht selber entwerfen, können das nicht. Ihnen stehen nur die Wörter zur Verfügung, die ihnen die Designer vorsetzen. Ich finde das ist einfach ungerecht.

Fashion Hackers schlägt darum eine Brücke zwischen meiner Hass-Liebe für Mode. Unsere Teile sind alle einmalig und werden unter den besten Arbeitsbedingungen überhaupt produziert!

DIF: Wie ist die Idee geboren. Wo und warum?

Die Idee entstand ein bisschen aus der Not heraus, da es kein anderes Label gibt, dass wirklich coole, moderne Kollektionen zum selber Nähen anbietet. Ich nähe einfach gerne, aber Schnitte zu machen ist wirklich viel Arbeit und frustrierend, weil man jedes Teil so oft wieder und wieder nähen muss bis es irgendwann endlich so aussieht wie gedacht. Einmal einfach drauflos nähen zu können und zu wissen da kommt was gutes dabei raus war immer ein Traum von mir. Für mich hat er sich nun zwar nicht erfüllt, aber wenigstens für alle anderen, die auch davon geträumt haben 😉

DIF: Seit wann gibt es euch?

Seit Anfang Oktober.

DIF: Wie funktioniert F.H.?

Du bestellst das gewünschte Teil im Online-Shop und bekommst sofort ein PDF zum Download bereitgestellt. Das druckst du ganz einfach auf deinem normalen Drucker aus und klebst die Seiten zusammen – fertig! Das ist echt super, weil man sich zum Beispiel auch ganz spontan noch schnell ein Kleid für die Party abends nähen kann. Zu jedem Teil gibt es außerdem eine ausführliche Nähanleitung mit Text und erklärenden Videos.

DIF: Was sind die Pläne für die nächsten 2 Jahre?

Ich würde gerne ganz, ganz viele Kooperationen machen. Fashion Hackers ist so ein offenes Konzept ohne starken Hierarchien indem sich Kreativität relativ unabhängig vom restlichen Modemarkt frei entfalten kann. Ich denke, dass ist eine tolle Chance und es gibt tatsächlich auch jetzt schon viele Leute, die Lust haben sich hier mit ein zu bringen. Wenn das die nächsten zwei Jahre weiter so wächst habe ich genau das erreicht was ich wollte.

DIF: Welches ist dein Lieblingsteil aus dem Shop?

Mein Lieblingsteil ist der enge Rock Tanja, weil es ein unglaublich glamouröses Gefühl ist so einen engen Rock zu tragen. Man fühlt sich irgendwie sofort wie Viktoria Beckham 😉

DIF: Nähst du alle deine Teile selbst oder gehst du auch gern mal shoppen – wenn ja, was sind deine Lieblingsmarken bzw. –shops?

Das klingt immer komisch, aber ehrlich gesagt ist mir das was ich selber trage relativ unwichtig. Ich habe so meinen ganz typischen Stil irgendwo zwischen Punk, Grunge und Kaschmir. Lieblingsmarken oder Shops habe ich überhaupt nicht. Das entspricht einfach nicht  meinem Weltbild.

DIF: Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Mode ist …  immer vorwärts nie zurück.

Danke Sophie für das Interview und noch weiterhin Viel Glück mit Fashion Hackers & Let´s hack fashion!!

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Mach's dir selbst

Über den Autor:

Sie ist Gastbloggerin und studiert Mode-und Designmanagement. In Berlin lebt Anna seit 2009 und erkundet die Stadt seitdem jeden Tag aufs Neue. Wegen ihrem Studium und der Begeisterung dafür, befasst sie sich tagtäglich mit Mode und den neusten Trends. Für einen Blick hinter die Kulissen der Modewelt tut sie so einiges – vom Praktikum bei Hugo Boss bis hin zum regelmäßigen Models anziehen zur Berlin Fashion Week. Ansonsten spaßig, neugierig und gerne am denken.

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