Von 22. August 2014 0 Kommentare

Dit is ’ne Fashion Kolumne: Festivallooks

Wer das Glück hat, in diesem Jahr zu einem Musikfestival zu fahren, denkt wahrscheinlich an geile Bands, witzige Treffen mit neuen Leuten, ein kleiner Flirt hier, ein großes Bier da und Mitten drin natürlich man selbst in einem Coachella-Look, den die Instyle nicht schöner hätte zusammenstellen können. Noch beim Kofferpacken überlegt man, ob wirklich ein paar Flip Flops reichen und schaut sicherheitshalber noch einmal auf die Wetter-App, die doch so hervorragendes Wetter für das beste Wochenende im Jahr angezeigt hatte. „Hatte“ ist hierbei das Stichwort, jetzt wabern gefährlich dunkle Wolken übers Display und unsere Hand greift vom zweiten Paar Flip Flops wie ferngesteuert zu den Gummistiefeln.

Foto Festivalchic Kolumne

Na gut, dann geht der diesjährige Look eben mehr in Richtung Kate Moss bei Glastonbury, Kurze Shorts, Gummistiefel, Karohemd, alles machbar. Rock Chic reloaded, möchten wir uns selbst zubrüllen, bis unser Blick auf die Temperaturanzeige gleitet. Dunkle Wolken im Spätsommer in Deutschland halt, so um um die 15 Grad, gefühlt in Shorts: -10. Also wird auch dieser Plan wieder verworfen. Kurzer hektischer Blick durch die Wohnung – wo lagern nochmal die Wintersachen?

 

Nachdem wir kurz davor waren, unsere komplette Skimontur in den Koffer zu stopfen, nach einem verzweifelten Anruf bei der mitreisenden Freundin, einem „Auf-den-Schreck-hilft-nur-Sekt“ Piccolo und einer Liste, mit der man auch an Auswandern denken könnte, wurden wir langsam ruhiger. Die Lösung: Lagenlook! Sehr gut, wir sortieren, kombinieren, schwitzen und drücken also so lange, bis vom T-Shirt, bis zum Longsleeve über den dicken Pullover, den man notfalls auch zum Schlafen tragen kann, wirklich alles zusammengerollt, gefaltet und im Falle von Socken und Schlüppern gnadenlos in jedwede Ecken gestopft ist.

 

Stolz marschieren wir mit unserem übergroßen Survivalkit los, haben das Gefühl: Wir haben an alles gedacht. Und stehen vor unseren Freunden, die uns anschauen, als kämen wir vom Mars. Wir: Top gestylt, Haare leicht eingeflochten (halten die Blumen später besser), Kleid und Strumpfhose, Booties, übergroßer Wandkoffer und dezent geschminkt. Unsere Freunde: Kleines Handgepäck, praktische Jeans, lässige Beaniemütze, Sonnenbrille und das erste Bier in der Hand. „Wolltest du länger verreisen?“, Boah, wie ich diese Frage schon immer gehasst habe. Grinsend nehme ich mir ein Bier und freue mich auf den Moment, wenn die Jeans langsam von unten feucht wird, die Sneaker durchweichen und ich quietschfidel nebendran über die nassen Wiesen springe. Ganz sicher wäre es auch so gekommen. Hätte mir das deutsche Wetter nicht erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht: Statt Regen Strahlender Sonnenschein, die ganze Zeit…

 

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Kiekste wa!

Über den Autor:

Die Moderedakteurin und Kolumnistin schreibt bereits seit einigen Jahren für verschiedenste Online- und Printpublikationen. Ob George Clooney in New York oder Marc Jacobs in Berlin, Interviews und kleine Anekdoten liegen ihr besonders am Herzen und aus dem Grund wird sie euch zukünftig in ihrer Kolumne mit einem Augenzwinkern vom Leben zwischen aufregenden Fashionevents und gemütlichen Samstagen im Café berichten.

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