Von 15. Juli 2015 0 Kommentare

Fashion Week Recap: Esther Perbandt & Kilian Kerner

Der Fashion Zirkus ist längst weitergezogen und beglückt die nächste Stadt mit seiner bunten, omnipräsenten, selbstverliebten und kreativen Anwesenheit und wir erholen uns erst einmal von all dem Trubel und lassen die vergangene Woche revue passieren. Die Mode ist tot – propagierte Michalsky in diesem Sommer jedenfalls und wenn man den seit langem anhaltenden Repetitionen der Kollegen diverser Feuilletons glaubt, dann ist es die Berliner Modewoche schon lange. Und doch kommen sie alle immer wieder. Auch wenn die großen Namen in den Frontrows längst fehlen, die Einkäufer lieber in Paris verweilen und wir Blogger die Ränge im Zelt füllen.

Und deswegen enthalten wir euch trotz allem Abgesang nicht vor, womit uns Kilian Kerner und Esther Perbandt in dieser Saison auf dem Laufsteg beglückt haben. Esther Perbandts Kollektion hatte diesmal den Titel TEARS FOR THE IMPATIENT. Und wie gewohnt ist ihre Show ein rundum gelungenes Gesamtpaket, wobei die Mode vom Klang des Gesangs von Nadja Michael und Felix Räuber von der Wahl der Models übertönt wurde. Die neue Kollektion ist konsequent auf die beiden Nichtfarben schwarz und weiß reduziert. Es beginnt in tiefem, reinen Schwarz dem im zweiten Showblock ein klares Weiß entgegentritt, um sich dann zu öffnen und zu Schwarz-Weiß-Kombinationen zu layern. Perbandts Kollektion ist ein gewohnt kluges, klares Statement für eine intellektuelle Modernität beider Geschlechter, die den kleidgewordenen Rahmen für authentische Persönlichkeiten bildet. Nichts wirklich neues und überraschendes, aber solide und ihrem Stil treu bleibend. Am Ende der Show wird die Designerin selbst zum Zentrum – und leiht ihrer Kollektion zum Abschluss ihre eigene Stimme.

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In einer Träne friert die Zeit
Kristall aus tausend Dimensionen
Senkt sich ins Feuer der Unendlichkeit
haucht sich ihr ein
verliert sich ganz
wird ohnmächtig geboren

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Kilian Kerner zeigte seine Kollektion mit dem bedeutungsvollen Titel „zartbitter – the chemistry between different things“ diesmal im Ellington Hotel. Steinwüste trifft auf Großstadtleben, Stille auf Lärm, Einsamkeit auf Menschenmassen – diese Gegensätze nahm der Berliner Designer sich diesmal zur Inspiration.

Signifikant für die Styles ist das Spiel mit unterschiedlichsten Stoffen und Schnitten. Fließende Formen und softe Haptiken sollen die Wüste Kaliforniens spiegeln  ebenso wie die Prints und Webungen der Modelle die grenzenlose Freiheit und Weite der Wüste aufzugreifen versuchen. Um die Kontraste zu schärfen lässt KILIAN KERNER seine Eindrücke aus dem Großstadtleben in L.A. einfließen: Auffällig harte Schnitte sowie progressive Webungen und Prints. Kräftiges Rot, Gelb und Orange trifft auf zarte Nudetöne. Neben L.A. sehe ich Skandinavien und die 70s. Auch in diesem Jahr eine Kollektion die nicht provoziert oder überrascht, aber tragbar und gelungen ist.

BERLIN, GERMANY - JULY 08:  Designer Kilian Kerner (center right) walks the runway at the Kilian Kerner show during the Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Spring/Summer 2016 at  on July 8, 2015 in Berlin, Germany.  (Photo by Zak Kaczmarek/Getty Images for Kilian Kerner) *** Local Caption *** Kilian Kerner

Credit: Kilian Kerner

BERLIN, GERMANY - JULY 08:  A model walks the runway at the Kilian Kerner show during the Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Spring/Summer 2016 at  on July 8, 2015 in Berlin, Germany.  (Photo by Zak Kaczmarek/Getty Images for Kilian Kerner)

Credit: Kilian Kerner

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Veröffentlicht in: Mode, Veranstaltungen

Über den Autor:

Sie lebt seit mehr als einer Dekade in Berlin und liebt die Hauptstadt für ihren Facettenreichtum. Die Welt der Mode, Kunst und Musik haben es ihr angetan. Ihr besonderes Interesse gilt spannenden Newcomern und unentdeckten Trends. Sie hat seit 2007 keine Fashion Week in Berlin verpasst und das soll für Dit is Fashion auch so bleiben.

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