Von 27. Juli 2015 0 Kommentare

Filmtipp: Dior und ich

Wer schon immer mal einen Blick hinter die Kulissen eines der ganz großen Modelabels werfen wollte, sollte sich den Film „Dior und ich“ nicht entgehen lassen. Regisseur Frédéric Tcheng begleitete Designer Raf Simons 2012 bei der Erarbeitung seiner ersten Haute Couture Kollektion für das Traditionshaus. Davor war gerade der langjährige Designer und Paradiesvogel John Galliano nach antisemitischen Schimpftiraden in seine Schranken gewiesen worden. Viele waren zu der Zeit überrascht, dass die Wahl seines Nachfolgers auf den Jil Sander Designer fiel, der im Ruf eines Puristen stand – das krasse Gegenteil zum auffälligen Galliano.

352992.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxx

In dem Film dürfen wir dem Designer über die Schulter schauen, wie er sich der Herausforderung stellt, eine neue Kollektion innerhalb von 8 Wochen auf die Beine zu stellen. Wir sind dabei, wenn der Belgier Simons zum ersten Mal das Team kennenlernt: Die Alterier-Ersten, die Schneider, die zum Teil schon seit 4 Jahrzehnten dem Haus treu ergeben sind. Wir sehen, wie er über Sprachbarrieren stolpert und das Neuland der Haute Couture entdeckt.

Was dabei immer wieder zum Vorschein kommt, ist die Verbundenheit zu dem längst verstorbenen Gründungsvater Christian Dior und seinem Lebenswerk, schnell wird klar, dass man sich an wechselnde Designer gewöhnt hat, jedoch immer für den großen Namen stehen möchte. Immer wieder kommt auch der Meister selbst als Stimme aus dem Off zu Wort, was man sich meiner Ansicht nach hätte sparen können, da es zu sehr ablenkt von der großartigen kreativen Leistung und der herausragenden Kollektion, die gerade entsteht. Wer sich erinnert, am Ende schwebten Drucke des Visionärs Agnes Martin über den Catwalk. Die Kollektion wurde in einer alten Stadtvilla gezeigt, bei der alle Wände über und über mit Blumen dekoriert wurden.

Raf Simons hat ein würdiges Erbe angetreten und die Modewelt mit einer ganzen Reihe genialer Kollektionen begeistert, um so schöner, dass der Zuschauer im Kino die Möglichkeit hat, seine Anfänge bei dem Label, seine Nervosität und Tränen der Erleichterung zu sehen. Darum unser Filmtipp!

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Die Moderedakteurin und Kolumnistin schreibt bereits seit einigen Jahren für verschiedenste Online- und Printpublikationen. Ob George Clooney in New York oder Marc Jacobs in Berlin, Interviews und kleine Anekdoten liegen ihr besonders am Herzen und aus dem Grund wird sie euch zukünftig in ihrer Kolumne mit einem Augenzwinkern vom Leben zwischen aufregenden Fashionevents und gemütlichen Samstagen im Café berichten.

Veröffentliche einen Kommentar