Von 18. Januar 2013 0 Kommentare

Guido Maria Kretschmer präsentiert „Okapi“ auf der Fashion Week

Gestern ging es für mich zum zweiten Mal ins Zelt der Berlin Fashion Week und ich gebe zu, dass ich auf die Runway Show von Guido Maria Kretschmer schon sehr gespannt war. Er zählt zu den bekanntesten Designern Deutschlands und ich verband ihn lange Zeit hauptsächlich mit „Corporate Fashion“, da Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Kempinski Hotels oder Emirates Airlines zu seinen Kunden zählen. Doch als ich vor kurzem über die VOX-Sendung „Shopping Queen“ gestolpert bin und seine Kommentare als Styling-Kritiker der Kandidatinnen einfach nur genial fand, habe ich mir auch seine Couture und Ready-to-Wear-Kollektionen einmal genauer angeschaut.

Auf der Fashion Week zeigte er seine Herbst/Winter 2013/14 Kollektion „Okapi“. Okapi? Nein, das ist keine neue Wortschöpfung sondern vielmehr ein Tier, das in Afrika beheimatet ist:

Quelle: Wikimedia Commons / User postdlf

Da fragt man sich natürlich, wie man darauf kommt, eine Kollektion nach einem Tier zu benennen. Die Erklärung dafür klingt erstmal ziemlich banal: Guido Maria Kretschmer bekam eine Jahreskarte für den Zoo geschenkt und ging daraufhin jeden Mittag dort spazieren. Bei den Okapis, wo relativ wenig Besucher zu finden sind, fühlte er sich dabei am wohlsten.
Doch es geht noch weiter:

„Irgendwie fiel mir auf, dass Okapis so sind wie viele Frauen. Hinten zu kurz, oben zu groß, manchmal verbaut und trotzdem wunderschön. Besonders die Augen. Und Salat futtern sie auch noch – genau wie so viele Frauen!“

Das war der Startschuss für seine Kollektion. An einem Samstagmittag fing er an zu zeichnen und hatte am Sonntagabend bereits 250 Entwürfe fertig. Kaum zu glauben, dass ein Designer in so kurzer Zeit eine ganze Kollektion entwerfen kann. Aber das zeigt, dass er sein Métier beherrscht.

Das Ergebnis bekam das mit jede Menge C – Z Prominenz (Mariella Ahrens, Verena Kerth, Sarah Kuttner, Fernanda Brandao, Simone Tomalla, ein schlechtes Bill Kaulitz Double, Micaela Schäfer und viele mehr) besetzte Publikum gestern Abend auf der Berliner Fashion Week zu sehen, wo Guido Maria Kretschmer mit seiner Kollektion „Okapi“ zur Großstadtsafari einlud. Mit aufgetürmten, afrikanisch angehauchten Frisuren präsentierten die Models die eleganten, figurbetonten Looks in allen erdenklichen Erdtönen.

Zugegeben, das Okapi sucht man vergebens (zumindest konnte ich es in den teils recht wilden Mustern nicht erkennen), der Mix aus fließender Seide und kontrastreichen Stoffen wie (Baum-)Wolle, Leder und Jaquard und die Farbwelt aber ließen den Gedanken an die afrikanische Steppe aufkommen. Obwohl das auch an der mit Urwaldlauten unterlegten Musik (von Rihanna bis Paul Kalkbrenner) gelegen haben könnte…

Die Kollektion umfasst ebenfalls Tageskleider, schmal geschnittene Hosen und Röcke für Business und Alltag sowie elegante, leichte Blusen, Röhrenhosen und knielange Mäntel.
Darüber hinaus präsentierte Kretschmer seine exklusiv für die österreichische Marke Högl entworfene Schuh- und Taschen Kollektion.


Die handgefertigten und aufwendig bestickten Abendroben entlockten dem bislang scheinbar zwiegespaltenen Publikum den ein oder anderen Applaus. Jede Menge Pailetten, Straß und Glitter sorgte für Glanz und Luxus. Zu den Höhepunkten zählten ein Abendkleid mit transparentem Brust-Einsatz, ein (ich nenn’s mal) Pfauenkleid sowie eine silberne Pailletenrobe mit langer Schleppe, die das Model leider mehrmals zur Verzweiflung brachte.



Foto Credits: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Insgesamt ist es eine gute Kollektion, die bei mir aber keine Begeisterungsstürme auslöst. An manchen Stellen war mir der Mustermix zu wild und zu sehr in Richtung „Es muss irgendwie nach Afrika aussehen“ getrimmt. Bei einigen Abendkleidern war mir einfach zu viel Pomp und Glitzer und über die Pfauenfedern möchte ich mich lieber nicht äußern…
Gut gefallen haben mir Blusen, Hosen, Strumpfhosen der Business- und Alltagslooks sowie die Schuhe.
Eins ist aber klar: Wenn ich mal wieder bei Shopping Queen reinzappe, werde ich mich auch weiterhin köstlich über Guido’s Kommentare amüsieren!

Der Stil des Publikums war – wie in Berlin ganz normal – bunt gemischt. Von Jeans und Strickpulli über Abschlussballkleidchen bis hin zu völlig übertriebenen Abendroben war alles vertreten.
Ich habe mich an diesem Abend für dieses Outfit entschieden:
Kleid: Mint & Berry | Schuhe: Gamloong | Tasche: Lamarthe

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Veranstaltungen

Über den Autor:

Die Marketing Managerin ist Bloggerin aus Leidenschaft. Sie lebt seit 2006 in Berlin und ist der deutschen Fashion-Hauptstadt seitdem verfallen, was sich am ständig wachsenden Kleiderschrank und dem meterlagen Schuhregal zeigt. Auf Dit is Fashion schreibt sie über neue Kollektionen, aktuelle Trends und berichtet über die Modebranche.

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