Von 24. November 2012 0 Kommentare

Interview mit Hutmacherin Lulu Bristow

Wir sprachen mit der spanischen Modelistin Lucila Bristow..

Serie -c'est la vie-

Lucila Bristow mit eigener Kreation © Mapel

Lucila, was hat dich inspiriert Hüte zu machen und warum sind sie so besonders für dich?

Ich habe als Kind schon die Hüte meiner Mutter geliebt. Als kleines Mädchen habe ich bereits angefangen kleine Träume zu kreiieren z.B. mit Strandgut, umgestaltete Amulette, Stoffstücke, die der Wind brachte, Ornamente, die ich an fernen Plätzen gesehen habe. Als ich 2003 nach Berlin kam, habe ich angefangen alte Hüte in Second Hand Shops und auf dem Flohmarkt zu kaufen.
Das war normal für mich, nachdem ich als Art Director vom Cocoon Club in Frankfurt gearbeitet habe. In diesen 2 Jahren kollaborierte ich mit dem Club und designte Kostüme, Accessoires und machte auch Performances. Ich sah, dass es durchaus möglich ist Hüte zu modellieren und meine Träume wurde wahr. Einen Hut zu tragen ist wie ein ganzes Kleid. Es ist ein Accessoire, aber oft entscheide ich erst welchen Hut ich trage und dann das restliche Outfit, welches zum Hut passen soll.

Hutekreation von Lulu Bristow

© Ulf Saupe – Done Studios

Lulu Bristow Logo

Lulu Bristow Logo

Wo hast du das Hutmachen gelernt?

Das Modellieren habe ich in den Zeiten des Cocoonclubs gelernt. Es hat mit dem Projekt “C.A.T.S.W.A.L.K.“ angefangen – Kreationen von deutschen Designern, die in einem Club präsentiert wurden, das war eine tolle Erfahrung.

Danach habe ich experimentiert und neue Techniken mit alten Formen gemixt um handgefertigte Hüte herzustellen. Im September 2009 begann mein professioneller Weg in die Welt der Hüte und ich habe mein Label „Lulu Bristow“ etabliert.

„Night Cabaret“ war meine erste handgemache Kollektion, die aus einzigartigen Stücken bestand. Das Erlebnis einen einzigartigen Hut zu tragen, mit seinem eigenen Charakter und Hintergrund ist unvergleichlich.

Serie -Minerva- photo-Ulf Saupe

© Ulf Saupe – Done Studios

Welche Arten von Hüte machst du am Liebsten? Machst du alte und moderne Versionen?

Es gibt soooo viele Arten von Hüte, die ich mag, sicherlich, aber für mich ist der Cloche (Glockenhut im Stile der 20iger Jahre) der Hut des Jahres!  Er ist sehr elegant und erinnert mich an alte, schöne Zeiten. Ich präferiere alte Hut-Formen, meine Inspirationen kommen aus den 20igern und 30igern. Ich habe eine Menge Research betrieben, um meine eigenen Hüte modellieren zu können und die Techniken zu verbessern. Ich benutze Filz, Stroh und andere natürliche Materialien für die Dekoration, wie z.B. Federn. Jeder Hut bring mich dazu ein neues Konzept zu erstellen und neue Materialien auszuprobieren.

Im Moment bereite ich die Hut-Ausstellung „Lost Paradise“ vor, die am 1. Dezember ihre Eröffnung feiert und wo ich meine neue Hutkollektion und Collagen präsentiere, um ein runderes Bild abzugeben – das ist mal eine andere Art von Präsentation. Also am 1.12., 20.00 Uhr im „Das Hotel“, Mariannenstrasse 26a, Kreuzberg 10999, Berlin.

Serie -Tradition_Fluere 9-

©Lucila Bristow

Nenne eine Persönlichkeit für die du gern mal einen Hut entwerfen möchtest!

Lady Gaga würde bestimmt gerne einen meiner einzigartigen, verrückten Fascinators tragen. Weil jeder eben einzigartig ist, handgemacht in Berlin und für besondere Leute designt wurde, wie sie.

Langsam kommt der Hut wieder zurück. Letzten Sommer war der 70ies Schlapphut in, wo geht der Trend hin?

Ein Hut wird immer die Kirsche auf dem Kuchen sein, das i-Tüpfelchen perfekt gekleidet zu sein. Gerade ist der Filzhut und der Cloche für mich im Trend, nächstes Jahr wohl Maxi/ Oversized.

Was beinhaltet die Grundausstattung an Hüten, die jeder in seinem Schrank haben sollte?

Für die Frau ist ein wunderschöne Pamelahut (Strohhut) und einen faszinierenden Fascinator (festlicher Kopfschmuck) für den Abend. Für die Herren einen schönen Panamahut für die warmen Tage und einen Filzuhut für den Winter.

Serie -Minerva-

© Ulf Saupe – Done Studios

Hast du bestimmt Lieblings-Hutdesigner/-Modisten?

Ich liebe was Fiona Benet kreiiert. Tatsächlich hat mich ihr alter Shop in Berlin Mitte inspiriert Hutmacherin zu werden – mit den großen weißen Schaufenstern, die ihre Arbeit wundervoll präsentiert haben. Und natürlich Philip Treacy. Dafür, wie er mit Formen und Materialien umgeht. Beide Künstler sind Idole.

Ein finaler Satz – von einem Hutmacher zum Hutliebhaber…?

Jeder einzigartiger Hut ist ein Statement! (Lulu Bristow)

 

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Die Modedesignerin, Stylistin und Fotografin schreibt hauptsächlich für dieses Modeblog. Sie ist bekannt für ihre fantasievollen Fotos – vor die Linse gekommen sind ihr dabei schon verschiedenste Musiker, Tänzer, Fetish-Performer und außergewöhnliche Individuen aus den Tiefen der Kunst-Welt. Auf Konventionen und Regeln legt die junge Berlinerin dabei keinen Wert und im Ergebnis ist ihr experimentelles Werk dabei alles andere, als langweilig oder gestellt. Erfahrungen als Designerin hat sie bereits bei Joop!, Burberry, Trendbüro Seasons Paris und bei Berliner Labels wie Don’t Shoot The Messengers, Savage Wear und im Bereich Marketing/ PR bei Fashion Patrons und Marketing Catalysts gesammelt. Ihr weites Netzwerk und ihren vielen Talente bekommt ihr nun geballt bei Dit is Fashion!

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