Von 8. Januar 2013 1 Kommentar

Interview mit Marlen Stahlhuth

Auf den Straßen Berlins fällt sie auf. Sie ist zwar nicht besonders groß, aber wenn man Marlen Stahlhuth einmal gesehen hat, vergisst man sie nicht mehr. Warum? Aufgrund ihrer unverkennbaren Lockenpracht –ihr Markenzeichen. Wünschte sie sich früher spiegelglatte Haare, so verleihen ihr ihre Ringellöckchen eins: Widererkennungswert im Strudel der unzähligen Blogger auf den Straßen der Hauptstadt. Immer mit dabei: Ihre Kamera.

DIF: Frohes neues Jahr, was ist das Beste, was du von 2012 in Erinnerung hast?

M: Mein Interview mit „Metronomy“ und „The Killers“

DIF: Du hast Modejournalismus/Medienkommunikation an der AMD Hamburg studiert und arbeitest heute ja nicht –wie es der Studiengang vermuten lassen würde als Moderedakteurin. Wie würdest du deinen Beruf beschreiben?

M: Ich arbeite freiberuflich, größtenteils als Fotografin. Mich hat das Visuelle schon immer mehr interessiert als das Schriftliche. Für FashionDaily.TV mache ich inzwischen auch Videos oder Moderations.

DIF: Nach deinem Studium hat es dich nach Berlin verschlagen –was hat sich bis jetzt für dich geändert?

M: Größere Wohnung für weniger Geld, das ist im Vergleich zu Hamburg-Preisen aber auch nicht so schwierig. Davon abgesehen Job statt Studium, und PAPERBOATS, statt meinen alten Blog Vergissmeinnicht.

DIF: Freust du dich schon auf die Berliner Fashion Week? Wirst du hingehen und viele Streetstyle-Bilder machen?

M: Berlin ist ja der Anfang der Fashion Week Saison. Und da ich es ja nicht weit hab werde ich bestimmt einige Fotos knipsen.

DIF: Was inspiriert dich dabei mehr: Laufsteg oder Streetstyle?

M: Das kommt auf den Laufsteg an, und auf die Street Styles der Stadt. Ersteres finde ich in Paris, Kopenhagen, New York und London am Besten. Street Styles gibt’s die kreativsten mit Abstand in London.

DIF: Weißt du schon zu welchen Schauen du unbedingt hingehen musst? Welche Designer bewunderst du?

M: In Berlin gibt es nicht so viele Sachen, die mich interessieren. Ich finde Hien Le persönlich sehr gut, ansonsten war mein Highlight vor ein paar Saisons Iris van Herpen. Die hatte aber leider nur einen Gast Auftritt.

DIF: Kaufst du selbst Designer-Teile oder stöberst du lieber in Vintage-Läden danach? Was ist das teuerste Kleidungsstück in deinem Schrank?

M: Ich würde wenn ich das Geld hätte auch gerne hin und wieder Designer Teile besitzen. Vor allem von Balmain, Givenchy oder Viktor & Rolf. Vintage finde ich nur gut wenn es nicht aussieht wie Omas Kleiderschrank. Davon gab es in Berlin nämlich über die letzten zwei Jahre etwas zu viel.

DIF: Was denkst du generell über die Fashion Week in Berlin? 

M: Ich finde Berlin etwas zu kommerziell. Die jungen interessanten Designer bekommen leider oft keine Show im Zelt. Ausserdem ist mit der Zirkus um alles was Promis etc. angeht in Berlin too much. Kopenhagen finde ich zum Beispiel wesentlich spannender. Am interessantesten finde ich allerdings die Couture Shows.

DIF: Im November gab es deinen letzten Post auf deinem alten Blog Vergissmeinnicht zu lesen, jetzt hast du dein neues Baby Paperboats gelauncht. Wie kam es dazu?

M: PAPERBOATS ist der erste geplante Blog. Vergissmeinnicht ist damals ja eher zufällig entstanden. Dementsprechend laienhaft war ja auch alles aufgebaut. PAPERBOATS hat fast nur noch Eigen Kontent, wesentlich mehr Fotos und ist ein Support zu meiner Arbeit als Fotografin.

DIF: Steht Paperboats auch für deine Zeit in Hamburg? Wie kam es zur Namensfindung und hat dich Hamburg dabei maßgeblich beeinflusst?

M: Vielleicht unterbewusst, ja. Hamburg ist wie mein Zuhause. PAPERBOATS hat irgendwie gepasst. Es gibt ja auch nichts schöneres als Häfen und Meer.

DIF: Im Launch-Video sieht man dich dazu auf einem Boot, erzähl uns bitte etwas davon!

M: Ich dachte bis zum Ende dass ich in dem Ding untergehen würde. Wir hatten es noch nie fertig zusammengebaut geschweige denn zu Wasser gelassen. Aber zu meiner eigenen Überraschung lief alles ziemlich Problemlos. Nur etwas Seekrank war ich nach 6 Stunden in der wackeligen Konstruktion.

DIF: Als Fotografin sind deine Beiträge sehr visuell gehalten, war dir dieser Aspekt bei deinen Arbeiten immer besonders wichtig?

M: Ja, schon immer. Ich habe meine ersten Foto-Jobs ja auch durch den Blog bekommen. Schreiben können andere um einiges besser als ich. Bei mir hat der schriftliche Teil eher etwas Unterstützendes.

DIF: Was muss ein gutes Foto für dich mitbringen?

M: Es muss mich zwei Mal hingucken lassen. Es gibt tausende von Portraits, aber nur bei wenigen würde ich beim durchblättern eines Magazins inne halten. Das ist das Ziel denke ich.

DIF: Woher nimmst du deine Inspirationen für ein Fotoshooting? Inspirieren dich generell andere Blogger, welche z.B.?

M: Blogs inspirieren mich eher was Klamotten und Styling angeht. Das wären zum Beispiel: Love Aethetics, Lachsbroetchen, Zero Cool, Strange Ambition. Für Shootings finde ich eher andere Editorials, Werbung oder vor allem Filmen inspirierend.

DIF: Und ein guter Look? Welche Outfits schaffen es vor deine Linse?

M: Etwas Ungesehenes, oder etwas was ich gerne selber tragen würde. Manchmal aber auch einfach ein Outfit wo ich weiß dass es sich gut verkauft. Mich interessieren aber bei allen Outfits eher die Leute. Ein Gesicht was mich interessiert, und das Outfit wird nebensächlich.

DIF: Welche Outfits trägst du selbst am liebsten? Beschreib deinen Look bitte!

M: Das ändert sich auch irgendwie permanent. Generell sehr gerne Hüte, oder im Moment Caps. Ansonsten Kostümartige Einzelstücke zu sehr cleanen Outfits.

DIF: Dein Lieblingsaccessoire?

M: Mein Elbsegler aus Hamburg. Insgesamt hab ich circa 40 Hüte, es werden allerdings immer mehr.

DIF: Durch deine Locken hast du einen großen Wiedererkennungswert. Segen oder Fluch?

M: Segen! Definitiv. Zwar wollte ich immer nen glatten blonden Bob mit Pony haben, aber inzwischen hab ich mich mit den Locken abgefunden. Und das ich morgens aufstehen kann, und sie sitzen einfach genau so wie sie sollen hat definitiv seine Vorteile. Gerade weil ich einfach kein Frühaufsteher bin.

DIF: Hast du Vorsätze für 2013? Gibt es neue Projekte, die du jetzt schon erwähnen darfst?

M: Mehr Shootings, Mehr Reisen, Mehr Interviews, etc. Am 18.01 kommt mein erstes Editorial in der Blonde raus. Ein großer Traum wäre ein Mal eine Dokumentar-Fotostrecke im stern zu haben. Das wird aber mit Sicherheit noch ein paar Jahre dauern.

DIY: Vielen Dank für das Interview! <3

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Veröffentlicht in: Kiekste wa!

Über den Autor:

Lisa hat Modejournalismus/Medienkommunikation an der AMD Hamburg studiert und hat als Boulevard-Journalistin in Hamburg ihr Hobby zum Beruf gemacht: In der Glitzer-Welt der Promis kennt sich die Online-Redakteurin bestens aus und sie liebt es, über die neusten Klatsch&Tratsch-Themen zu berichten. Ausflüge zur In Touch, Life&Style, OK! Magazin oder der Sendung Prominent! kann sie auf ihrem Medien-Reisekonto verbuchen. Außerdem arbeitet sie für Online-Formate wie Infamous Magazine, Luxodo oder ist Kollumnistin bei Pregolifestyle. Bei Dit is Fashion geht ihr Trip durch die Welt der digitalen Medien weiter und als Wahl-Hanseatin wird sie über den neusten Schnack der City berichten.

1 Kommentar auf "Interview mit Marlen Stahlhuth"

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  1. Cari sagt:

    ach sie ist so toll <3

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