Von 20. November 2012 0 Kommentare

Paul’s Hat Works – Maßgeschneiderte Hüte aus San Francisco

Olivia Paul's Hat Works

Olivia von Paul’s Hat Works

Da am 25.11. der „Tag des Hutes“ ist und wir Hüte einfach lieben, haben wir eine Aktionswoche zum Thema Hüte ins Leben gerufen.

In San Francisco habe ich damals eine nette Bekanntschaft mit einem Mädel mit großem, unglaublich hübschen Hut gemacht. Olivia ist jetzt eine Begründerin des Ladens Paul’s Hat Works in San Francisco und Hutmacherin aus Leidenschaft. Mittlerweile trägt sogar Barack Obama einen Hut von Olivia und Co. Sie stand uns Rede und Antwort zum Thema Hüte.

Die Damen von Paul's Hat Works

Die Damen von Paul’s Hat Works (Olivia, rechts)

 Paul's Hat Works

 Olivia, was hat dich inspiriert Hüte zu machen und warum sind sie so besonders für dich?

Ich mochte mich als kleines Kind schon immer verkleiden und ein Hut komplettiert einfach jedes Outfit. Wie auch immer, ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Hutladen besitzen werde, als ich an einem 94 Jahre alten Hutladen in der Nähe meines Hauses vorbeikam – der bald zumachen sollte. Ich kaufte diesen Laden und richtete ihn mit Hilfe von Freunden wieder her, um da wirklich meiner Hut-Leidenschaft frönen zu können. Hüte sind so besonders, weil sie jedem Outfit das I-Tüpfelchen verpassen, die Krone aufsetzen! Aber nicht nur das! Sie sind auch funktional und schützen vor Regen und Kälte, z.B. Qualitätsfilz aus Biber oder Kaninchen. Ein eng gewebter Hut schützt vor der Sonne.

Bei Paul's Hat Works

Hüte machen bei Paul's Hat Works

Wo hast du das Hutmachen gelernt?

Ich habe das Hutmachen mit meinen drei anderen Geschäftspartnern von dem ehemaligen Besitzer von Paul’s Hat Works gelernt. Er hat es uns intensiv in 6 Monaten beigebracht. Dann muss man nur noch viel üben und experimentieren um besser und irgendwann perfekt zu werden.

Im Laden von Paul's Hat Works

Im Laden von Paul’s Hat Works

Hutmacher Werkzeuge

Hutmacher Werkzeuge

Welche Arten von Hüte macht ihr am Liebsten? Macht ihr alte und moderne Versionen?

Es gibt so viele verschiedene Arten von Hüten. Meine Firma ist auf Männerhüte spezialisiert, also Zylinder, Melonen, Filzhüte, Homburger (z.B. bei „Der Pate“ von Al Pacino getragen), Panamahüte (optimo, fedora, teardrop pork pie, open crown). Wir machen einige im Retro-Stil der 20iger bis 60iger Jahre, aber wir machen auch moderne und experimentelle Versionen von diesen Hüten.

Hutarten

Welcher Hut ist dein liebster und warum?

Mein Liebling unter den Hüten ist die Melone/ derby. Weil es in der Mittelklasse begann und für arbeitende Gentlemen war – und dadurch wurde es zum Komiker Hut, siehe Charlie Chaplin. Die Melone ist sehr vielseitig, aber nicht jeder kann die Form einer Melone tragen…

Die Girls von Paul's Hat Works

logo…und da kommen wir zu der Frage, ob es allgemeine Regeln für Gesichtsformen und passende Hutformen gibt? Es steht ja nicht jedem jeder Hut…

Es gibt definitiv allgemeine Regeln, welcher Hut zu welchen Gesichtszügen und zur Statur passt. Wenn du breite Schultern hast, brauchst du eine breite Hutkrempe, bei schmalen Schultern, eine schmale Krempe. Wenn du ein langes Gesicht hast, dann trägst du am Besten einen Crowned Hat (Hut mit hochgekrümpter Kappe), was ein bisschen gegenteilig klingt, aber du willst deine Züge und Mimik widerspiegeln – das ist der Gedanke dahinter. Wenn du ein eckiges Gesicht hast, greifst du nach einem Hut mit scharfen Linien, wenn du ein rundes Gesicht hast, dann eher einen runden Hut wie z.B. eine Melone.

Die Persönlichkeit spielt dabei auch eine große Rolle. Leute mit einer lauten und großen Persönlichkeit, können auch eher einen großen, dramatischen Hut tragen.

Nenne eine Persönlichkeit für die du mal gernen einen Hut entwerfen möchtest, Barack Obama trägt ja bereits eure Kreationen!

Ich würde am Liebsten einen Hut für Madonna entwerfen. Sie hat seit den 80igern alle Arten von Hüten getragen. Sie ist der Performer von allen Performern, also wäre es cool, mal einen Hut zu entwerfen, den sie noch nie vorher getragen hat.

Barack Obama mit Hut von Paul's Hat Works

Langsam kommt der Hut wieder zurück, wo geht der Trend hin?

Langsam kommt der Hut wieder zurück,was für uns in der Hutindustrie natürlich exzellent ist!

Kleine Krempen wurden populär und bleiben im Trend. Ich denke, dass gerade modebegeisterte Leute eher weite, runde Kappen mit superlangen, flachen Krempen tragen werden. Das werden wir sehen.

Was beinhaltet die Grundausstattung an Hüten, die jeder in seinem Schrank haben sollte?

Jeder sollte mit einem Filzhut und einem Strohhut beginnen. Von da an sollte man mit den Tönen variieren – wenn dein Filzhut in einem natürlichen Ton ist (schokoladenbraun, nussbraun etc.), dann solltest du den 2. in einem kälteren Ton wählen wie z.B. in grau, navy oder schwarz. Danach suche dir etwas ausgefallenes! Knallig rot, königsblau oder in pink! Es ist immer gut einen lässigen und einen förmlichen Hut zu besitzen.

Wunderschöne Hüte von Paul's Hat Works

Hast du bestimmt Lieblings-Hutdesigner/-Modisten?

Leider achte ich nicht so viel auf andere Modisten und dessen Arbeit, das sollte ich aber. Aber ich schätze es sehr, wenn Modedesigner exzentrische Hüte für ihre Kollektionen designen, wie zum Beispiel Jean Paul Gaultier.

Ein finaler Satz – von einem Hutmacher zum Hutliebhaber…?

Als ein Hutmacher würde ich dem Hutliebhaber auf dem Weg geben als erstes einen qualitativ guten Hut von einem schlechten zu unterscheiden. Schaut euch das Innere des Hutes an. Alles was angeklebt statt angenäht wurde, senkt die Qualität und macht es schwieriger den Hut zu reparieren. Und achtet darauf, dass eure Hüte in einer guten Verfassung bleiben!

Vielen Dank, Olivia, für diese ausführliche und sehr interessante Interview! Wenn ihr noch mehr über sie erfahren wollt, besucht den Blog von Paul’s Hat Works hier. Olivia hat auch einen Blog, wo sie ihren extravaganten Retro-Stil zur Schau stellt – The Mysterious Rack

 

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Die Modedesignerin, Stylistin und Fotografin schreibt hauptsächlich für dieses Modeblog. Sie ist bekannt für ihre fantasievollen Fotos – vor die Linse gekommen sind ihr dabei schon verschiedenste Musiker, Tänzer, Fetish-Performer und außergewöhnliche Individuen aus den Tiefen der Kunst-Welt. Auf Konventionen und Regeln legt die junge Berlinerin dabei keinen Wert und im Ergebnis ist ihr experimentelles Werk dabei alles andere, als langweilig oder gestellt. Erfahrungen als Designerin hat sie bereits bei Joop!, Burberry, Trendbüro Seasons Paris und bei Berliner Labels wie Don’t Shoot The Messengers, Savage Wear und im Bereich Marketing/ PR bei Fashion Patrons und Marketing Catalysts gesammelt. Ihr weites Netzwerk und ihren vielen Talente bekommt ihr nun geballt bei Dit is Fashion!

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