Von 25. Juni 2013 0 Kommentare

Perlensäue Interview

Perlen vor die Säue werfen? Es sind eher Nieten und Ketten, wie in dem Falle der Schmuckdesignerinnen Nina und Tanja, die ihr Accessoire-Label „Perlensäue“ genannt haben. Sie fertigen extravaganten Schmuck in Form von großen Ketten mit Fetisch-Elementen, viel Metall, PVC und Fransen. Auffällige Accessoires, die man vorher in Modezeitschriften sah, werden nun straßentauglich gemacht.

Wir waren bei dem Kampagnen-Fotoshooting von Perlensäue dabei und sprachen mit dem Designerduo. Nina stand uns Rede und Antwort.

Perlensäue beim Shooting

 

Wollt ihr euch mal kurz für uns vorstellen und erläutern, wer steckt hinter diesem coolen Label steckt und was ihr vorher gemacht habt?

Wir sind Freunde seit langem und hatten schon viele Projekte gemeinsam gemacht, jedoch mehr im Performance- und Kunstinstallation-Bereich. Nach unserem letzten, gemeinsamen Projekt kam uns dann die Idee eines eigenen Labels. Tanja hat Erfahrungen im Mode-Bereich, als Make Up Artist, gesammelt und ich kam aus dem Film & Fernsehbereich.

Wie kam die Idee das Schmuck-Label Perlensäue zu gründen und was ist eure Philosophie?

Die Idee dazu kam eher spontan und ungeplant. Zuerst dachten wir an ein kleines Underground Fashion Label und sind dann auf die Idee gekommen Schmuck zu machen. Unsere Philosophie ist „mehr ist mehr“ 😉 Sprich der Schmuck ist sehr opulent und für den grauen Alltag eher ungeeignet. Die Kreationen sollten eine Atmosphäre um den/ die Träger/in entstehen lassen, die geheimnisvoll, verführerisch und unglaublich sexy zugleich ist. Der Schmuck sorgt für Aufmerksamkeit und verschafft automatisch einen gewissen „Star-Status“.

PUNKberlin galerie opening & fashion show with Perlensäue.

Wie beschreibt ihr eure Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe hat auf jeden Fall keine Alters- oder Geschlechtsbegrenzung. Allerdings sind unsere Kreationen sehr gewagt und auffallend. Es ist auf jeden Fall ein modeinteressiertes Individuum mit einem Hang zum großen Auftritt. 😉

Ihr macht alles in Handarbeit. Woher bezieht ihr eure Materialien?

Die Materialien werden überall in der Stadt aber auch außerhalb von Deutschland gekauft. Manches besorgen wir über das Internet. Viele Materialien werden in Bauhäusern und ähnlichen Geschäften gekauft. Aber auch Flohmärkte, Märkte und andere Geschäfte werden von uns nicht verschont. Alles ist irgendwie inspirierend und man glaubt es kaum, wie viele verschiedene Materialien sich zu Schmuck verarbeiten lassen.

Ein eigenes Atelier habt ihr noch nicht, plant ihr eventuell in Zukunft eins zu haben?

Wir würden wahnsinnig gerne ein Atelier haben, da die Arbeit dadurch bessere Struktur annehmen würde. Im Moment sind unsere Arbeitsumstände eher spartanisch, als geregelt.

Was plant ihr generell für eure Zukunft: wohin soll es gehen mit Perlensäue?

Auf jeden Fall versuchen wir momentan unseren Schmuck international auf dem Markt zu bringen. Wir sind schon ein fester Bestandteil der Berliner Fashion Week und würden das gerne noch weiter ausbauen. Ein großer Traum wäre es Künstler und Red Carpet Events auszustatten.

An welchen bekannten Größen würdet ihr euren Schmuck am Liebsten sehen?

LADY GAGA 😉

Wie und zu welchem Anlass trägt man euren Schmuck am Besten?

Am besten werden unsere Kreationen mit eher schlichter Kleidung kombiniert, denn der Schmuck an sich sorgt schon für enorme Aufmerksamkeit. Aber auch an einer nackten Haut als Verführungswerkzeug könnten wir uns den Schmuck mehr als vorstellen.

Was ist für euch Mode und Stil? Was ist, eurer Meinung nach, in Berlin schon längst überholt und Mainstream?

Stil ist eine individuelle Auslegungssache. Es ist wichtig darauf zu achten, dass der Stil zur einem selbst passt und man versucht dabei nicht irgendwelchen Trends nachzujagen, die nicht zu der eigenen Persönlichkeit passen. Modisch gefällt uns der futuristische Stil und wir würden uns freuen in Zukunft mehr davon zu sehen.
Ein Trend entwickelt sich zum Mainstream, wenn jeder anfängt diesem zu folgen, ohne Rücksicht auf eigene Proportionen, Farben, die zur einem passen u.ä. Für uns sind es die Neon Farben und der Trash Look. Momentan entwickelt sich die Mode in der Hauptstadt in eine klassische und eher schicke Richtung, was uns sehr gefällt, es könnte nur ausgefallener werden, aber dafür sorgen wir dann 😉

Vielen Dank für das tolle Interview, Nina und Tanja. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg!

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Veröffentlicht in: Mode

Über den Autor:

Die Modedesignerin, Stylistin und Fotografin schreibt hauptsächlich für dieses Modeblog. Sie ist bekannt für ihre fantasievollen Fotos – vor die Linse gekommen sind ihr dabei schon verschiedenste Musiker, Tänzer, Fetish-Performer und außergewöhnliche Individuen aus den Tiefen der Kunst-Welt. Auf Konventionen und Regeln legt die junge Berlinerin dabei keinen Wert und im Ergebnis ist ihr experimentelles Werk dabei alles andere, als langweilig oder gestellt. Erfahrungen als Designerin hat sie bereits bei Joop!, Burberry, Trendbüro Seasons Paris und bei Berliner Labels wie Don’t Shoot The Messengers, Savage Wear und im Bereich Marketing/ PR bei Fashion Patrons und Marketing Catalysts gesammelt. Ihr weites Netzwerk und ihren vielen Talente bekommt ihr nun geballt bei Dit is Fashion!

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