Von 11. Juni 2013 1 Kommentar

Recycling, Upcycling – Do it yourself – Polish Design Focus DMY 2013

Wir sind süchtig nach Design – ob Produktdesign, Modedesign oder Architektur. Design spiegelt immer die Gesellschaft und den Zeitgeist wider. In den 40igern während und nach Ende des Krieges waren die Menschen sehr arm und mussten erfinderisch sein. Aus alten Kleidern wurden Neue gemacht, die Nähte von Nahtstrümpfen wurden mit Stiften auf die nackten Hinterbeine gemalt, da Nylon-Strümpfe knapp waren. Peeptoes wurden populär weil man Schuhleder sparen musste. Mit den Jahren verschwand die prunkvolle Bauweise von Gebäuden, Klassizismus ist heute nur noch in unseren Altbauwohnungen zu sehen, aber überall werden neue, funktionale Gebäude dazwischen geschoben. Das finden die Meisten nicht gerade ästhetisch, aber heutzutage muss es, ganz nach Walter Gropius, einfach und funktional sein. Kann es auch, solange es mit Charme verbunden wird.

Poor Toys

„Poor Toys“ auf der DMY

Aber SO hätte sich vielleicht vor 10 Jahren keiner die Zukunft vorgestellt: Der Trend zu Bio und Nachhaltigkeit und back to the roots. Möglichst im Grünen leben oder von viel grün umgeben sein, viel Holz und viel Do it yourself und Recycling, pardon Upcycling.

Das DMY (International Design Festival) fand zum 11. Mal vom 05.06.-09.06.2013 im Rahmen der Berlin Design Week im Flughafen Tempelhof statt.

Die DMY zeigt alles auf, was gerade zeitgenössisch ist, von Do it yourself-Anleitungen, modernen 3D-Druckern zu hoch qualitativen Küchendesign und innovativen Ideen. Über 500 internationale Designer, Firmen und Hochschulen stellten, auf 2 Hangars verteilt, neue Produkte, Prototypen und Materialinnovationen vor.

DMY 2013

DMY 2013

Cooles Messer von Agnieszka Sokołowska

Cooles Messer von Agnieszka Sokołowska

 

Länderschwerpunkt Polen

Polen ist als fünftes Gastland des DMY International Design Festivals in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin eingeladen: Präsentationen, Installationen und formschönes Design von mehr als 40 Designstudios, Unternehmen oder Design-Hochschulen – so gelingt der umfassende Blick auf den aktuellen Designausstoß unseres zweitgrößten Nachbarlandes.

DMY Polish Design Focus

Im besonderen Fokus lagen 3-D Drucker, welche die mit Kunststoff druckten oder mit Keramik. Diese Drucker gibt es schon ab 400 Euro für den Hausgebrauch und sie sind die Zukunft! Nur lassen sich mit den abgespeckten Varianten eher kleine Gebilde herstellen, bei komplizierteren Produkten wie z.B. die kleine zusammklappbare Plastikkiste (siehe Bild), die vollständig so aus dem Drucker herauskommt – da muss man schon zu einem teuren Drucker greifen, der ca. 10.000 Euro kostet. Wie man am Computer die passende Software nutzt, dazu wurden Workshops auf der DMY veranstaltet.

3D is the future

Open 3D Engineering

Open 3D Engineering

Resultat vom 3D-Drucker

Resultat vom 3D-Drucker

3-D Drucker

3-D Drucker

Produkt vom 3d-Drucker

Produkt vom 3D-Drucker

3D Drucker Resultat

3D Drucker Resultat

Interfacing parametic design

Interfacing parametic design – 3D-Keramikdrucker

Parametic Design

Parametic Design – Resultat aus Keramik von dem 3D-Drucker

Makerbot Replicator 2x

Makerbot Replicator 2x 3-D-Drucker

3Designer Makerbot

3D Designs von Makerbot

Resultate vom Makerbot

Resultate vom Makerbot

Die meisten Produkte auf der DMY standen ganz im Zeichen von Do it yourself

Die Hochschule Wismar hat sich hierfür etwas sehr Interessantes einfallen lassen. Die Studenten stellten Do it yourself-Ideen von dem uni-internen Projekt „Plan.Los“ vor. Die meisten Sachen davon kennt man bereits aus dem Internet – aber ganz Ikea-like haben die Studenten dazu Pläne entworfen, in denen steht was man kaufen muss, wie viel das Material kostet und wie man es montiert. Die Pläne sind für 1 Euro erhältlich. Das fanden wir super!

Planlos von der Hochschule Wismar

Plan.Los von der Hochschule Wismar

Reiblicht von der Hochschule Wismar

Reiblicht von der Hochschule Wismar

Planlos Reibelicht Hochschule Wismar

Plan.Los Reiblicht Hochschule Wismar

Zollstocklampe von unten

Zollstocklampe von unten, Hochschule Wismar

Jeder-quadramter-du.de – Wohnsinn in der Platte?

Kreative Köpfe haben die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mit ihren frischen und frechen Ideen zum Thema individuelle Gestaltung von Plattenbauwohnungen überzeugt. 30 eigens kreierte Tapeten, entstanden in Kooperation mit Designern und extratapete.de, sind der Anfang. Mit kreativen Möbel-Designern unter Federführung des Kooperationspartners, orterfinder.de, geht es aktuell weiter. Dabei steht besonders das Selbermachen von Möbeln mit kleinem Budget im Vordergrund. Ab August 2013 werden die Bauanleitungen dann auf „jeder-quadratmeter-du.de“ zum Download bereit gestellt.

Diese Lampe ist z.B. aus einer Kompottschale, einem Kuchenteller, Kabelbinder und Lampenhalterung und Glühbirne gebastelt worden. Diese Plastikschalen und Anleitungen gab es dann auch gleich kostenlos zum Mitnehmen.

Jeder m2 Du Licht Kuchenformen

Jeder m2 Du Licht Kuchenformen

Jeder m2 Du Licht aus Kuchenformen

Jeder m2 Du Licht aus Kuchenformen

Tisch aus Europaletten

Tisch aus Europaletten

Jeder m2 Du

Jeder m2 Du

Wundervoll fanden wir auch die Do it yourself-Ideen von El Reinventor. Dieser Herr macht aus alten Instrumenten und Materialien neue Sitzgelegenheiten und Beleuchtungen. Dafür bietet er in seiner Werkstatt am Boxhagener Platz auch Workshops an, wo ihr die Teile selber bauen könnt. Ca. 100 Euro für eine Trompetenlampe, inkl. Anleitungen, Arbeitststunden und Material. TOP!

El Reinventor

El Reinventor

Lampen aus Fahrradrädern

Lampen aus Fahrradrädern von El Reinventor

Coole Sitzgelegenheit

Coole Sitzgelegenheit von El Reinventor

Recycling und Upcycling sind große Themen und auf der DMY gab es allerhand davon zu bestaunen.. Vor allem Sitzgelegenheiten aus allen möglichen Materialien wurden in Szene gesetzt.

Tische aus Pappe

Gummi und Abflussrohre von Ort Erfinder

Schaumstoff und Abflussrohre von Ort Erfinder, Sessel hinten aus Rettungsfolie

Sitzgelegenheit von der Burg Giebichtenstein

Sitzgelegenheit von der Burg Giebichtenstein

Man wird überall von Do it yourselfs inspiriert

Luftkissen

Luftkissen

Ausgezeichnet: Kristine Boele & Kevin van den Berg

Ausgezeichnet: Kristine Boele & Kevin van den Berg

Ausgebrannter Holzstuhl von Kaspar Ham

Ausgebrannter Holzstuhl von Kaspar Ham

Möbel aus aufgepumpten Fahrradschläuchen mit Kabelbindern abgetrennt von Die Fabrik

Möbel aus aufgepumpten Fahrradschläuchen mit Kabelbindern abgetrennt von Die Fabrik

Apropos Gummi, Gummi hält als flexibles Recyclingmaterial Einzug in unsere Wohnungen und auf unserer Haut.

Schmuck aus Gummi

Schmuck aus Gummi

Interessante Strukturen und Oberflächen

Pomch Lederdesign

Tisch mit Glas von Unic

Tisch mit Holz und Glas von Unic

Origamilampe

Origamilampe

Alles zum Anfassen

Rahmenprogramm

Hier gibt es noch einige Eindrücke von der DMY 2013. Ein DJ sorgte für musikalische Untermalung, überall gab es italienischen Kaffee und Snacks und draußen konnte man sich ausruhen in den Chill-Areas. Frozen Yoghurt gab es beim Eiswagen und wer sich sportlich betätigen wollte, konnte dies beim Hula Hoop-Stand tun. Wir sind auf jeden Fall wieder nächsten Jahr dabei!

Getränke und viel Frische auf der DMY

Snacks auf der DMY

DJ auf der DMY

Eindrücke der DMY

Eiswagen auf der DMY

Hula

Maren Michaelis auf der DMY

Chillout Area auf dem Flughafen Tempelhof

Fabi auf dem Plattenstuhl

Workshops auf der DMY

TABANDA Workshop auf der DMY

Workshops DMY

TABANDA Workshop DMY

Interactive Jewelry by Hedoco

Interactive Jewelry by Hedoco

Neoprenkleid

Neoprenkleid

Coole Uhr von Meike Harde

Coole Uhr von Meike Harde

Architekturdetail

Architekturdetail

Polish Design Focus DMY 2013

 

 

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Veranstaltungen

Über den Autor:

Die Modedesignerin, Stylistin und Fotografin schreibt hauptsächlich für dieses Modeblog. Sie ist bekannt für ihre fantasievollen Fotos – vor die Linse gekommen sind ihr dabei schon verschiedenste Musiker, Tänzer, Fetish-Performer und außergewöhnliche Individuen aus den Tiefen der Kunst-Welt. Auf Konventionen und Regeln legt die junge Berlinerin dabei keinen Wert und im Ergebnis ist ihr experimentelles Werk dabei alles andere, als langweilig oder gestellt. Erfahrungen als Designerin hat sie bereits bei Joop!, Burberry, Trendbüro Seasons Paris und bei Berliner Labels wie Don’t Shoot The Messengers, Savage Wear und im Bereich Marketing/ PR bei Fashion Patrons und Marketing Catalysts gesammelt. Ihr weites Netzwerk und ihren vielen Talente bekommt ihr nun geballt bei Dit is Fashion!

1 Kommentar auf "Recycling, Upcycling – Do it yourself – Polish Design Focus DMY 2013"

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  1. Kate U. Pennington sagt:

    Mit einer neuen Sicht auf Gegenstände des alltäglichen Lebens wurden diese umgestaltet. Dem Benutzer wird ermöglicht, selbstverständliche Interpretationen zu hinterfragen und gewohnte Gegenstände neu zu entdecken. Die Arbeiten wurden im Studiengang Produktdesign der Bauhaus Universität Weimar entwickelt.

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