Von 30. August 2012 0 Kommentare

Sally Mann – A Matter of Time

So, zurück aus Schweden und Norwegen, wollte ich euch eine ganz besondere Ausstellung in der Fotografiegalerie fotografiska in Stockholm nicht vorenthalten!

Wo bereits die Créme de la Créme der Fotografen bereits gezeigt wurden, u.a. waren in der letzten Ausstellung Anton Corbijn, Annie Leibovitz und Steve Schapiro vertreten. In diesem Artikel möchte ich euch die Ausnahme-Fotografin Sally Mann vorstellen, die mich mit ihren düsteren, poetischen, melancholischen Bildern verzaubert hat.

1 At Warm Springs-1

At Warm Springs © Sally Mann. Courtesy Gagosian Gallery

Die Ausstellung „A Matter of Time“ zeigt nahezu fünf Dekaden aus dem Schaffen der Künstlerin. Sie portraitiert Kinder, Tiere, Landschaften und alles was sie umgibt und für wichtig empfindet.

Die amerikanische Fotografin fotografiert im Großformat und entwickelt ihre Bilder selbst. Mann wurde 1974 geboren und ist durch die Fotoserie „Immediate Family“ bekannt geworden. Ihre Lieblingsmotive sind ihre Kinder Virginia, Emmett und Jessie und ihr Mann Larry. Mit einer Intensität und Tiefe wird das Familienleben abgelichtet, Kinder beim Spielen, Portraits und Nacktaufnahmen – mit denen sie im prüden Amerika für Aufregung gesorgt hat. Das Leben in Virginia mit Kind und Kegel, Hund und Pferd. Alltagsszenen werden kunstvoll in Szene gesetzt und gewinnen an Bedeutung. Die Fotos sind träumerisch und zeitlos. Sie könnten sowohl von 1910, als auch eben aus den 90igern sein. Es gibt kaum moderne Elemente – keine Kleidung, Geräte oder andere Utensilien im Hintergrund geben darüber Aufschluss aus welcher Zeit die Fotos stammen. Zeitlos schön – kein Wunder warum Mann bei der analogen Fotografie geblieben ist.

1 MANN 1989.Fallen Child

© Sally Mann. Courtesy Gagosian Gallery

1 Ianna and Doom

© Sally Mann. Courtesy Gagosian Gallery

1 Was Ever Love Proud Flesh pa XXXII

© Sally Mann. Courtesy Gagosian Gallery

Sally Mann experimentiert gerne mit Techniken und Retuschen, die die analoge Fotografie so hergeben. Mich persönlich hat diese Selbstportraitreihe an die Opfer-Bilder von Jack the Ripper erinnert. Durch lange Belichtungszeit und Unschärfen bekommen die Bilder etwas unheimliches, fast wie Totenbilder.. etwas ungenau, etwas unscharf, man kann es nicht genau ausmachen und genau darin liegt der Reiz. Sterblichkeit und Unsterblichkeit werden hier zum Thema und immer bleibt sie ihrem Hauptthema treu: Die sich wandelnde Natur der Dinge…

1 MANN 2001.Untitled 26 Antietam (ed. of 5)

© Sally Mann. Courtesy Gagosian Gallery

1 Eva Alive Eva WR unpublished

© Sally Mann. Courtesy Gagosian Gallery

…So eben auch die Sterblichkeit und in dem Falle Verwesung – Sally Mann besuchte den recht prominenten Ort in den USA, wo menschliche Leichen auf einem Gartengrundstück der Florensik liegen und medizinischen Zwecken dienen. Ihre Verwesung wird erforscht. Dieser Ort heißt Body Farm und ist von der University of Tennesse in Knoxville, USA. Manche würde die Fotos als anstößig empfinden (deshalb zeigen wir die Fotos mal lieber nicht, schaut auf ihre Seite!), aber letztendlich ist es natürlich, genauso wie die Fotografin im Umgang mit dem Objekt, welches eine interessante Frage aufwirft: Worin besteht der Unterschied in der Fotografie? Tote oder lebendige Objekte…verewigt werden sie alle, Zeitzeugen oder auch zeitlos.

 

Dit wär doch och wat für dich:

Veröffentlicht in: Kiekste wa!

Über den Autor:

Die Modedesignerin, Stylistin und Fotografin schreibt hauptsächlich für dieses Modeblog. Sie ist bekannt für ihre fantasievollen Fotos – vor die Linse gekommen sind ihr dabei schon verschiedenste Musiker, Tänzer, Fetish-Performer und außergewöhnliche Individuen aus den Tiefen der Kunst-Welt. Auf Konventionen und Regeln legt die junge Berlinerin dabei keinen Wert und im Ergebnis ist ihr experimentelles Werk dabei alles andere, als langweilig oder gestellt. Erfahrungen als Designerin hat sie bereits bei Joop!, Burberry, Trendbüro Seasons Paris und bei Berliner Labels wie Don’t Shoot The Messengers, Savage Wear und im Bereich Marketing/ PR bei Fashion Patrons und Marketing Catalysts gesammelt. Ihr weites Netzwerk und ihren vielen Talente bekommt ihr nun geballt bei Dit is Fashion!

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